Mitten im Winter

Neue Super-Wärmepumpe heizt in Wien 16.000 Haushalte

Wien Energie nimmt in Spittelau eine neue Großwärmepumpe in Betrieb – sie nutzt Abwärme aus der Rauchgasreinigung, spart 22.000 Tonnen CO₂.
Thomas Peterthalner
29.01.2026, 20:53
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Sie ist 120 Tonnen schwer, kostet 40 Millionen Euro, hat ordentlich Power: Die neue Großwärmepumpe in der Müllverbrennungsanlage Spittelau versorgt ab sofort 16.000 Wiener Haushalte mit Fernwärme. Damit wird die Hitze der Müllverbrennung erstmals dreifach genutzt: für Strom, Fernwärme und jetzt auch für die neue Wärmepumpe – die mit Abwärme aus der Rauchgasreinigung arbeitet.

"Ein Technik-Wunder"

"Die Spittelau ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Technik-Wunder", so Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SP). Durch die neue Anlage wird die Effizienz des Standorts auf über 95 Prozent gesteigert. Der Wien Energie Standort in Wien-Alsergrund versorgt nun 76.000 Haushalte mit Wärme und Strom, gilt damit als effizienteste Müllverbrennungsanlage Mitteleuropas.

Hitze aus Bäder und Manner-Fabrik

Wien Energie will bis 2040 rund 57 Prozent der Fernwärme aus erneuerbaren Quellen und Abwärme erzeugen. Bereits heute wird Hitze aus Bädern, Rechenzentren oder der Manner-Fabrik ins Netz eingespeist. "Bei der Fernwärme produzieren wir in Wien Wärme für Wien," so Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie.

Großwärmepumpe bei Wien Energie am Standort Spittelau.
Wien Energie/Johannes Zinner

Drei Mega-Wärmepumpen

Die neue Großwärmepumpe bei der Spittelau ist die drittgrößte von Wien Energie. Bereits seit 2019 deckt eine Wärmepumpe beim Kraftwerk Simmering den Bedarf von 25.000 Haushalten. Seit Dezember 2023 versorgt eine weitere bei der Kläranlage ebswien weitere 56.000 Wohnsitze. Zusammengerechnet können die drei Großwärmepumpen so viel Wärme produzieren, wie es dem Bedarf von 97.000 durchschnittlichen Wiener Haushalten (8.000 kWh/Jahr) entspricht.

"Hebel, um Klimaziele zu erreichen"

„Der Ausstieg aus Öl und Gas sowie der Ausbau erneuerbarer Energien sind wichtige Hebel, um sowohl unsere Klimaziele zu erreichen als auch eine unabhängige, leistbare Energieversorgung für die Wiener sicherzustellen“, so SP-Klubchef und Energiesprecher Josef Taucher.

Wärme aus der Tiefe

Das größte Zukunftspotenzial liegt in der Nutzung der Tiefengeothermie, also der Wärme aus dem Erdinneren unter Wien. Dafür errichtet Wien Energie aktuell gemeinsam mit der OMV die erste Anlage in der Seestadt Aspern. Sie soll ab 2028 rund 20.000 Haushalte mit Wärme aus der Tiefe versorgen. Bis 2040 wollen Wien Energie und OMV bis zu sieben Tiefengeothermie-Anlagen umsetzen, die dann umgerechnet 200.000 Wiener Haushalte versorgen können.

{title && {title} } pet, {title && {title} } 29.01.2026, 20:53
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