Wien setzt bei der Parkraumüberwachung auf digitale Innovation: Ab sofort starten in der Hauptstadt die ersten Testfahrten mit sogenannten Scan Cars. Die Autos sind mit Hightech-Sensoren ausgestattet und erfassen Kennzeichen automatisch per Kamera. Über diese wird festgestellt, ob das Auto ein Parkpickerl hat oder nicht. Entwickelt wurde das System von der Wiener Firma CPB, die sich in einer europaweiten Ausschreibung durchsetzen konnte.
Die neue Technik soll die Arbeit der Parkraumüberwachungsorgane deutlich erleichtern. Denn bisher legten sie zu Fuß bis zu 15 Kilometer täglich zurück. Die Scan Cars kommen in zwölf großflächigen Bezirken zum Einsatz und übernehmen einen Großteil der Kontrolle. Damit zieht Wien mit Metropolen wie Paris, Prag oder Amsterdam gleich, wo ähnliche Systeme längst Standard sind. Beanstandungen werden von den Kontrollorganen manuell vorgenommen, damit kein Fehler passiert – wie etwa bei von Hand ausgefüllten Parkscheinen.
"Wien sorgt für eine digitale Premiere in ganz Österreich", so Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SP). "Mit dem Einsatz von Scan Cars haben wir ein smartes und effizientes Angebot ausgearbeitet und sparen den Mitarbeitern rund 15 Kilometer Fußmarsch am Tag in den großen Bezirken."
Die neuen Fahrzeuge sind mit optischer Zeichenerkennung (OCR) ausgestattet und gleichen die Daten mit der Parkdatenbank ab. Datenschutz sei dabei gewährleistet, betont die Stadt: Es erfolgt keine Speicherung der Informationen, jeder Verdachtsfall wird manuell überprüft.
Michelle Krumpschmid, Leiterin der MA 67 Parkraumüberwachung, sagt: "Wir starten mit der ersten Testphase in diesem Jahr auch die Schulungen für unsere 650 Mitarbeiter*innen, welche über den Jahresverlauf stattfinden werden. Ich freue mich, dass Wien als erste Stadt in Österreich auf dieses Hightech-System setzt."
Auch die Optik der Fahrzeuge hat Wirkung: Sie sind klar erkennbar und sollen abschreckend auf Falschparker wirken. Gleichzeitig steigt die Überwachungsdichte in den Außenbezirken, ohne mehr Personal einzusetzen.
Die Scan Cars sind Teil eines größeren Plans: Seit dem einheitlichen Parkpickerl 2022 hat sich die zu überwachende Fläche verdoppelt. Der Anteil von Fahrzeugen mit Nicht-Wiener Kennzeichen sank um bis zu 89 Prozent, die Auslastung von Stellplätzen in manchen Bezirken um bis zu 68 Prozent.
Die freigewordenen Flächen nutzt Wien für mehr Begrünung und neue Radwege: etwa in der Floridsdorfer Hauptstraße mit 50 neuen Bäumen oder auf der Leopoldauer Straße mit 1,2 Kilometern Ein-Richtungs-Radwegen.
Ende 2026 sollen die Scan Cars dann regulär im Einsatz sein. Der Pilotbetrieb startet im Herbst mit Kontrollen. 1,146 Millionen Euro kostet das System die Stadt Wien, dazu kommen noch rund 40.000 Euro pro Auto. Insgesamt kommen vier Fahrzeuge zum Einsatz.