Eine Explosion mit anschließendem Großbrand hat in der Nacht auf Donnerstag den Schweizer Skiort Crans-Montana erschüttert. In einer Bar im Zentrum des Walliser Luxusortes kamen nach aktuellem Stand 40 Menschen ums Leben, rund 100 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.
Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich etwa 100 Personen in dem Lokal. "Rund 100 seien in der Bar zum Großteil schwer verletzt worden", sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, am Donnerstag. Laut Behörden stammen einige der Opfer aus dem Ausland. Weitere Angaben wurden zunächst nicht gemacht. Wie das Außenministerium gegenüber der "Krone" bestätigte, sollen sich keine österreichischen Staatsangehörigen unter den Opfern befinden.
Die genaue Ursache der Katastrophe ist weiterhin offen. Bei einer Pressekonferenz erklärten die Behörden, dass die Rekonstruktion des Geschehens Zeit brauche. Schweizer Medien berichten, dass möglicherweise während eines Konzerts eingesetzte Pyrotechnik die Explosion oder den Brand ausgelöst haben könnte.
Laut einer Zeugin könnte jedoch auch eine Wunderkerze, die mit einer Champagnerflasche durch die Bar getragen wurde, das Inferno ausgelöst haben. Wie die Frau gegenüber dem französischen Sender BFMTV berichtet, soll diese zu nahe an die Decke gehalten worden sein.
Kurz nach 14 Uhr informierten die Behörden erneut über den Brand. In einer Medienmitteilung teilte der Kanton mit, dass es in der Bar infolge des Feuers zu einem sogenannten "Flashover" gekommen sei. Dieser habe eine oder mehrere Explosionen ausgelöst. Unter einem "Flashover" versteht man in der Branddynamik den abrupten Übergang von einem Entstehungsbrand zu einem Vollbrand in einem geschlossenen Raum, bei dem sich sämtliche brennbaren Oberflächen schlagartig entzünden.
Gisler schilderte den Ablauf: Gegen 1.30 Uhr wurde Rauch in der Bar bemerkt, zeitgleich ging ein Notruf bei der Polizei ein. Kurz darauf rückten Feuerwehr und Polizei mit einem Großaufgebot an. Priorität hatte die Versorgung der Verletzten, die in umliegende Krankenhäuser gebracht wurden, während die Feuerwehr den Brand bekämpfte und das Gebiet absicherte.
Ein Rettungsarzt sagte dem Westschweizer Sender RTS, Menschen seien mit schweren Verbrennungen eingeliefert worden. Über Crans-Montana wurde ein Überflugverbot verhängt. Aus Genf wurde berichtet, dass am Universitätsspital in kurzen Abständen Notfallhubschrauber landeten.
Unterstützung kam auch aus Italien: Der Zivilschutz des Aostatals entsandte einen Hubschrauber mit Bergwacht-Spezialisten und medizinischem Personal, die seit den frühen Morgenstunden im Einsatz sind.
Ein Tourist aus New York filmte die Flammen. Der Nachrichtenagentur AFP sagte er, "er habe gesehen, wie Menschen hinausgelaufen seien und in der Dunkelheit geschrien hätten". Bilder Schweizer Medien zeigen ein brennendes Gebäude und fliehende Menschen.