Erst war nur von einem Brand in einer Bar die Rede (wie es ihn auch in Graz gegeben hat), dann von einer Explosion, in den Morgenstunden wurden "mehrere Tote" bestätigt. Was gegen 1.30 Uhr in der Silvesternacht im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana passiert ist, dürfte aber deutlich verheerender gewesen sein.
Die Spitäler in der Westschweiz sind mit Brandopfern völlig überlastet. Sie appellieren an die Bevölkerung: "Zeigen Sie Solidarität und vermeiden Sie riskante Aktivitäten am 1. Januar." Damit sollen weitere Notfälle verhindert werden.
Die Polizei erließ einen Informationsstopp, wollte erst um 10 Uhr auf einer Pressekonferenz neue, gesicherte Details berichten. Mehr als eine "Explosion unbekannter Ursache" wurde anfangs nicht bestätigt. Fotos vom Unglücksort ließen nur das Schlimmste erahnen – über 100 Gäste sollen im Inneren gewesen sein.
Um 10.20 Uhr traten schließlich Vertreter von Kantonspolizei, Generalstaatsanwaltschaft und Politik vor die Presse. Gleich zu Beginn bestätigte Polizeikommandant Frédéric Gisler, was alle befürchtet hatten: Das Unglück forderte mehrere Dutzend Tote und weitere rund 100 Verletzte (zum großen Teil schwer).
Die Ermittlungen stehen erst ganz am Anfang, ein Terroranschlag kann aber schon eindeutig ausgeschlossen werden. Im Wallis wurde zudem eine "besondere Lage" ausgerufen. Die Bevölkerung soll den Anweisungen der Einsatzkräfte strikt Folge leisten und sich nicht in das betroffene Gebiet begeben.
Auch auf Nachfrage wollten die Behörden noch keine genaue Zahl der Toten nennen. Es seien jedenfalls auch Ausländer unter den Opfern. Auch, ob in der Bar die Sicherheitsstandards erfüllt waren, muss noch ermittelt werden.