Victoria, eine Überlebende, schildert gegenüber dem französischen Sender BFMTV, wie das Unglück seinen Lauf nahm: "Es waren Feuerwerkskerzen in einer Champagnerflasche, die die Explosion verursachten. Die gesamte Decke der Bar fing Feuer." Innerhalb von Sekunden sei die Luft voller Rauch gewesen, ein Atmen kaum mehr möglich. "Alle Fenster waren schwarz und undurchsichtig vom Rauch." Wie 20 Minuten berichtet, mussten sich die Gäste in der engen Bar durch dichten Qualm kämpfen.
Das Erdgeschoß der Bar war extrem eng, so Victoria weiter. "Manche schlugen die Fenster ein, um Luft hereinzulassen." Sie ist überzeugt, dass viele Opfer erstickt sind. "Ich zittere immer noch, viele weinten beim Hinausgehen. Es war eine Massenpanik." Auch Adrien, der ebenfalls dabei war, erinnert sich: "Wir sahen Leute, die Fensterscheiben einschlugen, rannten und schrien", berichtet er. "Eltern rasten mit ihren Autos heran. Es war wie in einem Horrorfilm."
"In wenigen Sekunden war die Unbeschwertheit verschwunden." Eine Anwohnerin erzählt gegenüber "24heures" von dem Moment, als sie vom Brand in "Le Constellation" erfahren hat. "Wir feierten mit Freunden. Es gab Musik, und Champagner floss in Strömen. Plötzlich rief mich meine Tochter panisch an: 'Mama, es ist schrecklich, es brennt in Le Constellation. Es gibt Tote.'"
Die Frau lief sofort auf die Straße. "Die Rue Centrale war bereits von der Polizei abgesperrt. In der Ferne hörte man Sirenen. Um mich herum standen fassungslose, besorgte, schweigende Menschen." Ein anderer Anrainer schildert: "Wir haben die ganze Nacht Helikopter gehört. Wegen des Feuerwerks haben wir zunächst nicht verstanden, was los war. Dann haben wir den Rauch gesehen. Es ist schrecklich, viele junge Leute besuchen diese Bar."
"24heures" hat mit einem jungen Mann gesprochen, der ebenfalls in der Bar war. Auch er berichtet, dass Feuerwerkskörper an Champagnerflaschen den Brand an der Decke ausgelöst hätten.
Das habe zu Panik geführt, und die Menschenmenge drängte sich über die Treppe aus dem Untergeschoß. Seine Schilderungen stimmen laut weiteren Augenzeugen überein.
Ein ehemaliger Gast von "Le Constellation" erzählte dem "Blick", dass er sich schon früher gefragt hatte, wie man im Fall einer Panik aus dem Lokal entkommen könnte. "Ich dachte noch, wenn hier Panik ausbricht, wie würde ich wieder ans Tageslicht kommen?" Das Untergeschoß hatte offenbar nur einen Flucht- und Zugangsweg.