Im Sommer zieht es Tausende an Seen, Flüsse und Freibäder. Doch die Gefahr wird oft unterschätzt: Durchschnittlich 42 Menschen ertrinken jedes Jahr in Österreich. Besonders bitter: Neun Prozent der Opfer sind Kinder. Nach NÖ verzeichnet OÖ mit durchschnittlich sieben Ertrinkungstoten jährlich die meisten Fälle.
Im Parkbad Linz wird deshalb für den Ernstfall trainiert. 52 Teilnehmer üben derzeit, Menschen aus dem Wasser zu retten, Befreiungsgriffe anzuwenden und unter Zeitdruck richtig zu handeln. In einem 40-stündigen Kurs lernen sie jene Fähigkeiten, die im Notfall Leben retten können.
Darunter ist zum Beispiel auch Esin Tahtaci, Lehrerin an der Mittelschule 23 Linz: "Ich mache die Ausbildung, weil ich das Wissen an die Kinder weitergeben möchte", sagt sie. "Alles, was wir hier lernen, ist absolut praxisnah." Die Ausbildungen richten sich an Menschen, die Verantwortung übernehmen möchten.
"Schwimmen gehört zu den wichtigsten Lebenskompetenzen überhaupt", betont OÖ.-Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz. "Wer sicher schwimmen kann, schützt sich selbst und kann im Ernstfall auch anderen helfen." Allein im vergangenen Schuljahr absolvierten 18.585 Kinder und Jugendliche in OÖ ein Schwimmabzeichen.
Trotzdem bleibt viel zu tun: Laut einer aktuellen KFV-Studie kann mehr als jeder vierte Österreicher gar nicht oder nur mittelmäßig schwimmen. "Viele Menschen unterschätzen, wie schnell eine Situation im Wasser kritisch werden kann", warnt Michael Heilbrunner, Landesreferent für Schwimmen und Rettungsschwimmen im OÖ. Jugendrotkreuz.
Nicht nur Ertrinken ist ein Problem: Rund 4.100 Menschen müssen laut KFV jedes Jahr nach Badeunfällen im Krankenhaus behandelt werden – zwei Drittel verletzen sich bei Stürzen auf nassen Böden. "Unfälle können jederzeit und überall passieren. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen wissen, wie sie im Notfall helfen können", so Hirz.