Der allgegenwärtige Spardruck macht auch vor Akademiker-Jobs keinen Halt. So wurde bereits monatelang spekuliert, ob an der Universität für Weiterbildung Krems (vormals Donau-Universität Krems) Stellen abgebaut werden könnten.
Jetzt bestätigte die Kommunikationsabteilung der von der Republik Österreich und dem Land Niederösterreich gemeinsam betriebenen Universität gegenüber dem ORF, dass insgesamt 43 Beschäftigte im AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet wurden.
Es soll sich um Jobs im wissenschaftlichen Bereich, aber auch in der Verwaltung und der Administration handeln. Wie "Heute" berichtete, fanden im Oktober Budgetgespräche für 2026 statt. Dabei sollten die Kosten um rund zehn Prozent gesenkt werden.
Allein heuer habe man zur Aufrechterhaltung des Wissenschaftsbetriebs an die 70 Millionen Euro ausgegeben. Wie "Heute" recherchierte, wollte man sieben Millionen Euro einsparen – mit dem Ziel "die Universität weiterzuentwickeln, die Qualität auszubauen und zugleich effizienter zu wirtschaften", wie es gegenüber "Heute" hieß.
Die Uni erklärte damals, dass Einsparungen "vor allem über Reduktion der Sachmittelkosten und effizientere Prozesse" erfolgen würden. Personalseitig sei vorgesehen, durch "natürliche Fluktuation" Kosten zu reduzieren – etwa Pensionierungen, das Auslaufen befristeter Verträge oder nicht nachbesetzte Stellen.
Gerüchte um leere Räume wies die Hochschule gegenüber "Heute" zurück: Der Campus sei erst kürzlich erweitert worden, die Seminarräume stark ausgelastet. Nun dürfte sich viel geändert haben, denn der lange befürchtete Personalabbau wird nun Realität.
Bis Ende des Jahres soll feststehen, welche der 43 Personen, die dem AMS vorsorglich gemeldet wurden, tatsächlich den Arbeitsplatz verliert. Wie der ORF berichtet, laufen derzeit Gespräche mit dem Betriebsrat. Die Stimmung an der Bildungseinrichtung ist dementsprechend gedrückt.
Die Uni steht unter großem finanziellen Druck. Man hält deshalb an den avisierten Sparzielen weiterhin fest.
Noch zum 30-Jahr-Jubiläum betonte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, wie wichtig lebenslanges Lernen sei. Gerade in Zeiten des Umbruchs sei es wichtiger als je zuvor, "denn Weiterbildung stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und die Resilienz der Gesellschaft."
In Niederösterreich habe man bereits vor 30 Jahren erkannt, Weiterbildung sei ein Schlüssel für die Zukunft. "Mit der Universität für Weiterbildung Krems haben wir vor 30 Jahren eine bildungspolitische Lücke in ganz Europa geschlossen", sagte Mikl-Leitner: "Wir haben einen Ort geschaffen, an dem akademische Exzellenz mit den praktischen Erfahrungen von Berufstätigen verbunden wird – damit waren wir in Niederösterreich Vorreiter und sind es bis heute."
Und: "Wenn wir weiterhin unseren Wohlstand erhalten wollen, müssen wir weiter in Wissenschaft und Forschung investieren." Angesichts der hohen Schulden des Landes keine leichte Aufgabe.
Derzeit läuft in Krems noch die Budgetplanung. Erst Mitte Dezember steht fest, wer seinen Job verliert. Trotz des Spardrucks will die Universität weiterhin auf Forschung durch Drittmittelfinanzierung setzen: Wie aus dem Forschungsbericht 2024/25 hervorgeht, sei die Forschungsaktivität weiterhin stark. Die eingeworbenen Drittmittel habe man sogar ausbauen können und wolle weiterhin auf Forschung und internationale Zusammenarbeit setzen.
Gegenwärtig sind an der Donau-Uni Krems rund 800 Personen beschäftigt. Im Wintersemester 2024/25 waren auch insgesamt 7.376 Studierende eingeschrieben. Weitere 1.500 externe Lehrbeauftragte sorgen überdies für die Aufrechterhaltung des Uni-Betriebs.