Mit ein paar Videos auf TikTok Geld verdienen und gleichzeitig Unterstützung vom Staat bekommen? Ein Influencer-Paar aus Deutschland soll genau das getan haben. Wie die "Bild" berichtet, ermittelt mittlerweile die Staatsanwaltschaft Bremen wegen des Verdachts des Betrugs im Zusammenhang mit Sozialleistungen.
Im Raum stehen dabei durchaus beachtliche Summen: Rund 54.000 Euro soll das Paar mit seinen Aktivitäten auf TikTok eingenommen haben. Gleichzeitig sollen die beiden zumindest zeitweise Bürgergeld bezogen haben. Der Vorwurf: Die Einnahmen aus dem Netz seien gegenüber dem zuständigen Jobcenter nicht oder nicht vollständig angegeben worden. Eine Verurteilung gibt es bislang nicht, die Ermittlungen laufen.
Besonders kurios ist allerdings, was der Fall über den Umgang mit Influencer-Einnahmen verrät. Denn Geld aus TikTok, Instagram und Co. lässt sich für Behörden offenbar nicht immer so einfach nachvollziehen wie ein klassisches Gehalt.
Dabei ist die Sache grundsätzlich klar: Auch Selbstständige können zwar staatliche Unterstützung erhalten, wenn ihr Einkommen nicht ausreicht. Wie viel ihnen zusteht, hängt aber unter anderem von ihren tatsächlichen Einkünften und ihrem Vermögen ab.
Wer also Geld mit Social Media verdient, kann die Einnahmen nicht einfach ignorieren.
Genau hier scheint es allerdings zu haken. Laut "Bild" räumen Behörden selbst Kontrolllücken bei Einkünften aus Social-Media-Geschäften ein. Influencer verdienen schließlich längst nicht nur über klassische Überweisungen einer Firma. Einnahmen können etwa direkt über Plattformen, Livestreams oder andere digitale Geschäftsmodelle entstehen.
Für das Influencer-Paar könnte die Sache nun unangenehme Folgen haben. Ob tatsächlich Sozialleistungen zu Unrecht kassiert wurden und in welcher Höhe, müssen die Ermittlungen erst zeigen.