Mehr als eine halbe Million Euro, ein Privatkonto in Katar und bis heute offene Fragen. Samuel Eto’o sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert.
Im Zentrum steht ein Freundschaftsspiel zwischen Kamerun und Russland im Oktober 2023. Für den Auftritt in Moskau sollte der kamerunische Fußballverband Fecafoot insgesamt 567.570 Euro erhalten.
Laut einem Bericht der britischen "Times" weisen Verträge und Rechnungen allerdings auf ein Konto bei der Qatar National Bank in Doha hin – Kontoinhaber soll Verbandspräsident Eto’o persönlich sein.
Konkret ging es demnach um zwei Zahlungsforderungen über 455.056 und 112.514 Euro. Ehemalige Funktionäre des kamerunischen Verbands stellen nun die Frage, was anschließend mit dem Geld passiert ist.
Der frühere Fecafoot-Funktionär Guibai Gatama behauptet, dass ihm keine Buchhaltungs- oder Bankunterlagen bekannt seien, die einen anschließenden Transfer des Geldes auf ein offizielles Verbandskonto belegen würden.
Deshalb äußern Eto’os Kritiker einen brisanten Verdacht: Wird der Kameruner wegen seiner Nähe zu FIFA-Präsident Gianni Infantino geschützt?
Eto’o hat Infantino öffentlich unterstützt und schwärmte zuletzt von seinem Verhältnis zum FIFA-Boss. "In meinem Herzen ist Präsident Gianni weit über die Welt des Fußballs hinaus zu einem Bruder, einem großen Bruder, einem Freund geworden, jemandem, dessen Aufstieg wir mitverfolgt haben, jemandem, den wir unterstützt haben, mit dem wir gemeinsam Dinge aufgebaut haben, die dem Fußball dienen." Belege dafür, dass Infantino in ein Verfahren eingegriffen hätte, gibt es nicht.
Der Weltverband weist die Spekulationen entschieden zurück. Ein FIFA-Sprecher betont, der Präsident habe keinen Einfluss auf die unabhängigen Justizorgane des Verbands. Die FIFA begrüße legitime Kontrollen, wehre sich aber gegen unbegründete Anschuldigungen gegen Infantino.
Eto’o selbst weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Der frühere Weltklasse-Stürmer steht seit 2021 an der Spitze des kamerunischen Fußballverbands. Nun sorgt ausgerechnet eine Zahlung für ein politisch ohnehin brisantes Freundschaftsspiel für neuen Wirbel um den 45-Jährigen.