Wer an Alzheimer denkt, verbindet die Erkrankung meist mit verlegten Schlüsseln, vergessenen Namen oder wiederholten Fragen. Doch Gedächtnisprobleme treten häufig nicht als erstes Symptom auf.
Die neurodegenerative Erkrankung beginnt oft mit überraschend anderen Veränderungen, die zunächst kaum mit Alzheimer in Verbindung gebracht werden. Das Gehirn verändert sich dabei über viele Jahre - manchmal sogar Jahrzehnte - bevor erste Symptome erkennbar werden.
Wie chip.de berichtet, können zunächst Hirnbereiche betroffen sein, die für Stimmung, Orientierung und Persönlichkeit zuständig sind, während die Gedächtniszentren noch wenig beeinträchtigt sind. Eine Gesundheitsexpertin nennt sechs frühe Warnsignale.
Zu den frühen Anzeichen zählen Veränderungen der Persönlichkeit und Stimmung. Eine zuvor selbstsichere Person kann plötzlich ängstlicher, schneller frustriert oder ungewöhnlich zurückgezogen wirken. Depressionen oder unerklärliche Nervosität treten manchmal vor kognitiven Beschwerden auf.
Ebenfalls auffällig: Orientierungsschwierigkeiten selbst in vertrauten Umgebungen. Betroffene verirren sich in bekannten Gegenden oder fühlen sich an gewohnten Orten plötzlich unsicher. Auch alltägliche Wege können schwerer fallen.
Ein schwindendes Interesse an Hobbys und sozialen Aktivitäten kann ein weiteres Warnsignal sein. Menschen, die früher gern unter Leuten waren, ziehen sich zunehmend zurück und brauchen mehr Ermutigung für Unternehmungen.
Auch Schwierigkeiten bei der Planung und Problemlösung treten früh auf. Vertraute Aufgaben wie das Nachkochen eines Rezepts oder die Verwaltung von Rechnungen bereiten plötzlich Probleme. Sprachliche Veränderungen zeigen sich durch häufige Wortfindungsprobleme.
Das sechste Warnsignal betrifft das Urteilsvermögen: Betroffene treffen mitunter unüberlegte finanzielle Entscheidungen oder fallen häufiger auf Betrugsversuche herein. Experten raten, bei anhaltenden Symptomen ärztlichen Rat einzuholen.