Die Rechtsvertreterin der Campus Residence Ungargasse GmbH hat heute am Landesgericht in Wiener Neustadt einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eingebracht, das bestätigt Günther Moser vom Österreichischen Verband Creditreform.
Die Schuldnerin ist Eigentümerin der Liegenschaft Ungargasse 9 in Wiener Neustadt. In diesem Objekt befinden sich 67 Einheiten, die vermietet werden.
Wegen der Nähe zur FH Wiener Neustadt City-Campus sind insbesondere Studenten und wissenschaftliches Personal Bestandnehmer.
Die Kostensteigerungen der letzten Jahre belasteten das Budget der Schuldnerin massiv (Strom, BK, Zinsen), das konnte nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben werden. Um die Auslastung zu erhöhen, hat die Schuldnerin zuletzt freiwerdende Einheiten vermehrt über Airbnb angeboten.
"Da es in der Region viele Leerstände gibt, sind die Konditionen oft nicht die günstigsten. Es sind Rechtsstreitigkeiten mit Mietern anhängig (Bestandzinsminderungsklagen etc.), da droht noch Ungemach", heißt es in einer Aussendung.
Wegen der hohen Verbindlichkeiten "war die Insolvenzantragstellung letztendlich alternativlos", so Creditreform.
Die Verbindlichkeiten machen rund 6 Mio. Euro aus. Von der Insolvenz sind 13 Gläubiger und 2 Dienstnehmer betroffen.
Das Unternehmen soll fortgeführt und den Gläubigern ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 % angeboten werden.