Ein schwerer Arbeitsunfall hat sich am Montag auf der Baustelle des Semmering-Basistunnels in Göstritz (Bezirk Neunkirchen) ereignet. Ein Arbeiter kam dabei ums Leben, ein weiterer wurde schwer verletzt.
Der Unfall passierte laut ÖBB auf dem Baustellengelände in Göstritz in der Gemeinde Schottwien. Betroffen war der Bereich oberhalb des Tunnels, nicht die Tunnelröhre selbst.
Nach ersten Informationen wurden mindestens zwei Arbeiter von herabstürzenden Stahlteilen getroffen. Die genauen Umstände des Unglücks sind noch unklar.
Ein 45-jähriger kroatischer Staatsbürger erlitt dabei tödliche Verletzungen. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Ein 54-jähriger österreichischer Arbeiter wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Er wurde mit dem Notarzthubschrauber ins Universitätsklinikum Wiener Neustadt geflogen.
Bei den beiden Verunglückten handelt es sich laut ÖBB nicht um eigene Mitarbeiter, sondern um Beschäftigte einer extern beauftragten Baufirma. Der Unfall ereignete sich beim Rückbau einer Werkstatt beziehungsweise von Baustellencontainern auf dem Gelände.
Die Polizei hat gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zum genauen Hergang aufgenommen. Derzeit wird geklärt, wie es zu dem tragischen Zwischenfall kommen konnte.
Die ÖBB zeigten sich nach dem Unfall tief betroffen. Den Angehörigen des verstorbenen Arbeiters sprach das Unternehmen sein Mitgefühl aus. Der tödliche Unfall überschattet die Arbeiten am milliardenschweren Infrastrukturprojekt zwischen Niederösterreich und der Steiermark.
Mit dem jüngsten Unglück steigt die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Bau des Semmering-Basistunnels auf fünf. Der Tunneldurchschlag war bereits im November 2024 erfolgt. Seither laufen die Arbeiten an der technischen Ausrüstung der beiden Tunnelröhren. Nach derzeitiger Planung sollen die Bauarbeiten bis 2030 abgeschlossen sein. Dann sollen auch die ersten Züge durch den Semmering-Basistunnel fahren.