Breit, schnell, emotional

650 PS und Drift-Modus – dieser Hyundai ist völlig irre

Der Hyundai IONIQ 6 N will beweisen, dass E-Autos nicht langweilig sein müssen. Mit 650 PS, künstlicher Gangschaltung ist er eine echte Fahrmaschine.
Maxim Zdziarski
06.09.2026, 09:26
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Einsteigen, Sportmodus aktivieren und schon nach wenigen Metern stellt sich die Frage: Fahren wir hier wirklich noch ein Elektroauto? Der neue Hyundai IONIQ 6 N schafft es erstaunlich gut, die typische E-Auto-Welt vergessen zu lassen.

Einen großen Anteil daran hat die simulierte 8-Gang-Schaltung, die sich wie ein Doppelkupplungsgetriebe bedienen lässt. Beim Gangwechsel gibt es sogar eine künstliche Zugkraftunterbrechung. Dazu liefert Hyundai einen synthetischen Motorsound, der akustisch an einen kräftigen Sechszylinder erinnert. Spielerei? Natürlich. Aber eine, die verdammt viel Spaß macht.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Bis zu 650 PS

Und an Leistung mangelt es definitiv nicht. Regulär stehen 609 PS und 740 Nm bereit. Wird der sogenannte N Grin Boost aktiviert, feuert der Hyundai für rund zehn Sekunden bis zu 650 PS und 770 Nm auf alle vier Räder. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt damit in 3,2  Sekunden, maximal sind 257 km/h möglich.

Die Traktion ist dabei atemberaubend. Der IONIQ 6 N schießt aus Kurven, als würde er sich in den Asphalt krallen. Wer es weniger sauber und dafür spektakulärer möchte, kann die Kraftverteilung entsprechend verändern und den Hyundai auf Knopfdruck zum Hecktriebler machen. Dann mutiert der über zwei Tonnen schwere Stromer zur Driftmaschine.

Karosserie auf Performance getrimmt

Auch optisch ist Schluss mit Zurückhaltung. Die breitere Karosserie, das Aerokit und der große Spoiler dienen hier nicht dazu, noch ein paar Kilometer Reichweite herauszukitzeln. Beim N dreht sich alles um Performance und Abtrieb.

Zusätzliche Schweiß- und Klebepunkte versteifen die Karosserie, dazu kommen ein spezielles Sportfahrwerk und sichtbare Domstreben. Aus der aerodynamischen Elektro-Limousine wird damit ein ziemlich zorniges Donnerwetter.

Für Spielkinder gibt es obendrein zahlreiche Rennstrecken im Fahrzeugmenü sowie einen integrierten Zeitenzähler. Die belüfteten Sportsitze halten Fahrer und Beifahrer zumindest körperlich kühl, wenn es hinter dem Lenkrad heiß hergeht.

In 18 Minuten wieder auf 80 Prozent

Die technische Basis bleibt dennoch hochmodern. Der 84-kWh-Akku ermöglicht laut WLTP bis zu 487 Kilometer Reichweite. Dank 800-Volt-Technik sind an einer entsprechend leistungsfähigen Ladesäule bis zu 260 kW möglich. Von 10 auf 80 Prozent soll der Akku in etwa 18 Minuten geladen sein.

Der Normverbrauch liegt bei 18,7 kWh pro 100 Kilometer. Wer die 650 PS regelmäßig auskostet, dürfte diesen Wert allerdings eher als theoretische Orientierung betrachten. Die absolute Unterkante beim Verbrauch: 16 kWh. Das ist man dann aber schon sehr entspannt bei Landstraßentempo unterwegs.

Mit 4,94 Metern Länge ist der IONIQ 6 N kein kleines Auto. Rund 2,25 Tonnen Leergewicht treffen auf 20-Zoll-Schmiederäder mit 275er-Reifen. Der Kofferraum fasst 371 Liter.

Und der Preis? 77.490 Euro stehen in Österreich laut Liste auf dem Preisschild. Das ist angesichts der gebotenen Leistung und Technik eine Kampfansage an deutlich teurere Sportwagen.

Das spaßigste Elektroauto

Der IONIQ 6 N versucht gar nicht erst, der vernünftigste Stromer zu sein. Er will unterhalten, provozieren und seinem Fahrer ein Grinsen ins Gesicht zaubern. Und genau das gelingt ihm. Für uns ist er aktuell das spaßigste Elektroauto, das man in dieser Preisklasse kaufen kann. Punkt.

{title && {title} } zdz, {title && {title} } 06.09.2026, 09:26
Weitere Storys