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699 € für Klimaticket – dennoch brauche ich Monatskarte

Obwohl er für ein Jahr im Voraus bezahlt hat, muss ein Steirer sein Klimaticket monatlich erneuern. Tut er dies nicht, droht ihm sogar eine Strafe.
Robert Cajic
15.02.2022, 05:49

Für einen "Heute"-Leser mündete die Freude auf das landesweite Klimaticket in totalem Stress. Er erhielt seine Jahreskarte nach vier Monaten noch immer nicht und muss sie nun regelmäßig verlängern, um nicht "schwarz" zu fahren. E-Mails und Telefonate blieben erfolglos, denn: Der 26-Jährige wird zwischen der ÖBB und weiteren Zuständigen hin und hergeschoben.

Lösungsversuche ohne Erfolg

Leser Simon lebt in Oberösterreich. Er nutzt das Zugangebot täglich, für seinen Arbeitsweg sind die öffentlichen Verkehrsmittel unerlässlich. Auch privat besucht er so regelmäßig seine Familie in der Steiermark. Er selbst ist begeisteter Öffi-Fahrer und war anfangs erfreut über das neue Klimaticket. Die Organisation rund um die Zugfahrten gestaltet sich für den 26-Jährigen aber mühsam.

Doch der Reihe nach: Anfang Oktober schlug der Steirer zu und kaufte das 699-Euro-Ticket. Seit mittlerweile vier Monaten wartet er jedoch auf seine Jahreskarte. Diese kam aus organisatorischen Gründen bisher nicht ins Haus. Und er ist nicht der Einzige, der mit seinem Klimaticket massive Probleme hat – "Heute" berichtete.

Per Kontaktformular und auch telefonisch meldete sich der 26-Jährige bei der ÖBB und der Westbahn. Alle Versuche, das Problem auszuräumen, scheiterten kläglich. Deswegen verbringt der Oberösterreicher gegen Ende des Monats eine geraume Zeit vor dem Smartphone, um sein Monatsticket zu verlängern. Dieses kriegt er monatlich per Mail zugeschickt.

Ticket-Verlängerung erst nach Ablauf möglich

Ein weiteres Problem stellte sich bei der Verlängerung dieser Monatskarten dar: "Ich muss warten, bis das Ticket abläuft und erst dann darf ich mich melden. Falls ich also um 07.15 in den Zug steige, muss ich an diesem Morgen einen riesigen Zeitaufwand in Kauf nehmen, um eine gültige Fahrkarte zu bekommen", erklärte Simon im "Heute"-Talk.

Für den Monat Februar erhielt er deshalb einen Gutschein im Wert von 60 Euro. Den bekam er, weil seine Monatskarte ablief und die Gefahr bestand, dass er für seine  täglichen Zugfahrten einzelne Tickets hätte kaufen müssen.

Klimaschutzministerium arbeitet an Lösung

Das Klimaschutz- und Mobilitätsministerium arbeitet indes bereits an einer digitalen Variante. Das Klimaticket soll es bald auch in allen bestehenden Apps der Partner geben.

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Für eine Anfrage der "Heute"-Redaktion war die zuständige Pressestelle des Verkehrsministeriums nicht erreichbar. Ein Pressesprecher der ÖBB sprach indes von einem komplizierten Vorgang. "Wir versuchen aber, so kompetent wie möglich das Problem anzugehen", versicherte der Pressesprecher.

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