Ein kleiner Geschwindigkeitsverstoß - und plötzlich eine riesige Rechnung. So erging es einem Autofahrer auf der deutschen A3 nahe Windhagen in Richtung Frankfurt.
Er wurde mit 131 km/h geblitzt, erlaubt waren 120 km/h. Nach Abzug der Toleranz blieb eine Überschreitung von gerade mal sieben Kilometern pro Stunde. Normalerweise würde das ein Verwarnungsgeld von 20 Euro nach sich ziehen.
Doch wenige Wochen später flatterte ein Bußgeld in den Briefkasten, das es in sich hatte: ein Monat Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg und 960 Euro Strafe, wie chip.de unter Berufung auf auto motor und sport berichtet. Hinzu kommen noch Verwaltungsgebühren.
Der Grund für den drastischen Bescheid: Die Behörde hatte den Kleinwagen irrtümlich als Lkw eingestuft. Damit gelten auf Autobahnen andere Tempolimits - nämlich nur 80 km/h statt 120 km/h.
Aus 131 km/h wurde so plötzlich eine Überschreitung von 47 km/h - mit automatischen Konsequenzen wie Punkten und Fahrverbot. Auf dem Blitzerfoto ist jedoch klar ein Kleinwagen zu erkennen.
"Das gesamte Strafmaß verändert sich dadurch", warnt Verkehrsjurist Tom Louven. Bei falscher Fahrzeugklassifizierung werde schnell Vorsatz unterstellt, auch wenn objektiv kaum etwas vorliege.
Der betroffene Autofahrer hat fristgerecht Einspruch eingelegt. Die Bußgeldstelle blieb jedoch bei ihrer Einschätzung und gab den Fall weiter. Am Ende dürfte ein Amtsgericht entscheiden - die Erfolgsaussichten gelten als gut.