Wer auf Autobahnen ohne gültige Vignette unterwegs ist, wird zur Kasse gebeten. Und zwar ganz ordentlich. Das zeigt der neue Geschäftsbericht des Autobahnbetreibers Asfinag.
Besonders stark gestiegen sind die Einnahmen aus Maut-Kontrollen und Ersatzmaut. Das sind jene Zahlungen, die zu leisten sind, wenn Lenker ohne korrekte Maut unterwegs sind. Diese Einnahmen kletterten von 74,6 Millionen auf 93,7 Millionen – ein Plus von 25,6 Prozent.
Dazu kommen noch Strafgelder. Sie sanken zwar von 114,4 Millionen Euro auf 99,8 Millionen Euro, bleiben aber auf hohem Niveau. Zusammen ergibt das für 2025 rund 193,5 Millionen Euro.
Dabei war auf den Autobahnen kaum mehr Verkehr unterwegs. Der Pkw-Verkehr legte nur um 0,3 Prozent zu. Beim Lkw-Verkehr gab es ebenfalls fast Stillstand. Trotzdem wurden auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen wieder mehr als 33 Milliarden Kilometer gefahren.
Insgesamt stiegen die Mauteinnahmen jedenfalls um 8,2 Prozent auf mehr als 2,7 Milliarden Euro. Davon kamen 1,8 Milliarden Euro (+7,9 Prozent) aus der Lkw- und Busmaut. Die Pkw-Maut brachte 918 Millionen Euro (+8,7 Prozent). Allein die Vignetten spülten 655 Millionen Euro (+7,5 Prozent) in die Kasse, die Streckenmaut brachte weitere 263 Millionen Euro (+11,6 Prozent).
Am Ende blieb dem Autobahn- und Schnellstraßenbetreiber ein satter Gewinn. Nach 733,6 Millionen Euro im Jahr 2024 erwirtschaftete die Asfinag 2025 einen Überschuss von 840 Millionen Euro. Die gesamten Umsatzerlöse betrugen 3,44 Milliarden, ein Plus von 6,4 Prozent.
Die Vorstände Herbert Kasser und Hartwig Hufnagl sehen das Modell trotz schwieriger Zeiten als stabil. "Das Modell Asfinag ermöglicht es uns, auch unter diesen Rahmenbedingungen verlässliche Investitionen sicherzustellen", heißt es von der Spitze des Unternehmens.
Auch der Staat als Eigentümer verdiente kräftig mit. Für 2025 wurde eine Dividende von 305 Millionen Euro ausgeschüttet. Dazu kamen rund 251 Millionen Euro an Ertragssteuern – zusammen also rund 556 Millionen Euro.
Gleichzeitig investiert die Asfinag weiter massiv ins heimische Straßennetz. Konkret flossen 2025 rund 1,6 Milliarden 2025 in Autobahnen, Schnellstraßen und Verkehrssicherheit. 850 Millionen davon wurden in Sanierungen, 520 Millionen in Aus- und Neubauten, 230 Millionen in Digitalisierung und Verkehrssteuerung gesteckt.
Bis 2031 will die Asfinag insgesamt 12,5 Milliarden Euro lockermachen. Schon 2026 sollen es erstmals mehr als zwei Milliarden Euro sein. "Unser Ziel ist es, die Lebensdauer der Infrastruktur nachhaltig zu verlängern und ihre Qualität langfristig zu sichern", so die Vorstände.
Für Autofahrer steht zudem ein großer Einschnitt bevor. Die Klebevignette ist bald Geschichte. 2026 ist das letzte Jahr, in dem Lenker noch zwischen Pickerl und digitaler Vignette wählen können. Ab dem Vignettenjahr 2027 gibt es nur noch die digitale Variante.
Die Asfinag verspricht aber, dass der Kauf weiter einfach bleiben soll. Schon jetzt gibt es die digitale Vignette an rund 3.500 Verkaufsstellen. 2026 sollen weitere 1.000 Standorte dazukommen. Auch das entsprechende Automaten-Netz wird weiter ausgebaut.
Dabei gut zu wissen: Wer die digitale Vignette im Geschäft oder am Automaten kauft, kann sofort losfahren. Nur beim Online-Kauf einer Jahresvignette gilt aus gesetzlichen Gründen eine 18-Tage-Frist.