Selbstüberschätzung?

Enthüllt! 83 Prozent halten sich für Spitzen-Autofahrer

In einer großen Umfrage hat die Wiener Städtische bereits das vierte Jahr in Folge unser Verhältnis zum Auto unter die Lupe genommen.
Team Wirtschaft
10.04.2026, 22:30
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Für 65 Prozent der Österreicher ist das Auto aus dem Alltag nicht wegzudenken und nimmt sowohl beruflich als auch privat einen hohen Stellenwert ein. Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil mit 74 Prozent im ländlichen Raum – aber auch in den Städten sind es 58 Prozent, die noch ohne fahrbaren Untersatz sein wollen.

66 Prozent besitzen eigenes Auto, 12 Prozent pfeifen drauf

66 Prozent, auch das zeigt die Erhebung, besitzen ein eigenes Auto. 26 Prozent können das Fahrzeug von Partnern, Freunden und Co. mitbenutzen. 6 Prozent nehmen Carsharing-Dienste in Anspruch, 3 Prozent besitzen einen Dienstwagen. 12 Prozent haben hingegen keinen Zugriff auf ein Fahrzeug – und haben auch nicht vor, das in nächster Zeit zu ändern.

Vor allem auf dem Land alternativlos

"Das Auto ist für viele Menschen weit mehr als ein Fortbewegungsmittel – es steht nach wie vor für Unabhängigkeit und persönliche Freiheit", mein Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen. Gerade in ländlichen Regionen sei das Auto – auch aufgrund der mangelnden Alternativen – unabdingbar.

Benziner und Diesel dominieren

In Sachen Antriebsart haben, allen Trends in Richtung E-Antrieb zum Trotz, Benzinmotoren mit 58 Prozent die Nase vorn, gefolgt vom Diesel mit 37 Prozent. Nur 14 Prozent der Befragten fahren aktuell ein Hybrid- oder reines Elektromodell.

Auffällig sind hier die Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Während Frauen zu 64 Prozent einen Benziner fahren (Männer: 52 Prozent), sind 41 Prozent der Männer (Frauen: nur 32 Prozent) mit einem Diesel unterwegs.

Hybrid- und Elektromodelle holen auf

Auch beim zukünftigen Autokauf (26 Prozent planen einen solchen in den nächsten zwölf Monaten), liegen Verbrennungsmotoren nach wie vor klar an der Spitze. 34 Prozent tendieren nach wie vor zu einem Benziner, 28 Prozent zu einem Diesel. Mit 25 Prozent haben allerdings Hybride stark aufgeholt, reine E-Modelle kommen auf 14 Prozent.

"Die Zahlen zeigen klar – die Transformation der Mobilität ist in vollem Gange", meint Doris Wendler. Alternative Antriebe würden zwar zunehmend an Bedeutung gewinnen, vorerst bleibe jedoch der Verbrennungsmotor zentraler Bestandteil des Autokaufs.

Österreich, Land der Spitzen-Autofahrer

Ebenfalls abgefragt – die Selbsteinschätzung des Fahrkönnens, die sich wohl nicht ganz mit der Realität deckt. Stolze 83 Prozent halten sich hinter dem Lenkrad für mehr oder weniger große Weltmeister, wobei Männer mit 86 Prozent die Nase vorn haben. Allerdings sind auch 79 Prozent der Frauen von ihrem Können sehr bzw. überwiegend überzeugt.

Dennoch nehmen es viele mit dem Tempo nicht so ganz genau. 21 Prozent fahren auf der Autobahn in der Regel zu schnell. In der Generation der 30- bis 45-Jährigen sind es sogar 26 Prozent, die gerne einmal etwas kräftiger aufs Gaspedal steigen.

Kritik an "Zwangsdigitalisierung"

Mit Dezember 2026 läuft die Klebe-Autobahn-Vignette aus und ist nur noch digital erhältlich. Ob dies ein Vorteil ist, darüber gehen die Meinungen in Österreich auseinander. 49 Prozent der Befragten sehen in der digitalen Autobahn-Vignette eine Verbesserung des Services. Die restlichen 51 Prozent empfinden die Umstellung hingegen als "Zwangsdigitalisierung". Besonders die junge Generation bis 30 Jahre sieht jedoch klare Vorteile in der neuen Lösung.

Mehrheit befürwortet längere Pickerl-Intervalle

Die neuen Pickerl-Intervalle – nur noch alle zwei Jahre – finden bei den Österreichern hingegen eine breite Akzeptanz. Mehr als 70 Prozent finden die neue "Pickerl-Kontrolle" sehr gut, die bereits ab Herbst gelten soll. Nur 7 Prozent halten die Neuregelung für (gar) nicht gut. Männern liegen mit 76 Prozent Zustimmung über dem Schnitt, Frauen mit 68 Prozent knapp darunter.

Alko-Wegfahrsperre: Männer weniger begeistert

Spannend – für rund 60 Prozent der Befragten ist es vorstellbar, ein autonomes Fahrzeug (sobald es tatsächlich funktioniert!) zu kaufen. Bei Alkohol-Wegfahrsperren zeigt sich ebenfalls eine klare Mehrheit. 67 Prozent befürworten Systeme, die ein Auto bei zu viel Alkohol nicht starten lassen. Frauen unterstützen das mit 73 Prozent stärker als Männer mit 60 Prozent.

Beim Versicherungsschutz zeigt sich ein gemischtes Bild. 42 Prozent haben eine Vollkasko, 29 Prozent nur über die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflicht. Das Bewusstsein für umfassenden Schutz nehme zu, gleichzeitig gebe es noch deutliches Potenzial, so Wendler.

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