50.000 Datensätze ausgewertet

Mega-Check! So lange halten E-Auto-Akkus wirklich durch

Der TÜV Nord hat Zehntausende Akkus analysiert. Ergebnis: Unterschiede gibt es – aber insgesamt schneiden viele Hersteller ganz gut ab.
Team Wirtschaft
22.03.2026, 21:00
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Wenn Du ein gebrauchtes Elektroauto kaufen willst, ist der Akku entscheidend. Genau hier hat der TÜV Nord jetzt genauer hingeschaut. Gemeinsam mit dem Datenanalysten Carly wurden rund 50.000 Fahrzeug-Datensätze aus aller Welt ausgewertet, teils zurückreichend bis ins Jahr 2015. Im Fokus stand der sogenannte "State of Health", kurz SoH – also jener Wert, der verrät, wie viel Kapazität ein Akku nach Jahren noch hat.

Grundsätzlich zeigt sich: Die Akkus großer Hersteller sind durchwegs langlebig. Jeder Akku verliert zwar mit der Zeit an Leistung, dieser Abbau – "Degradation" genannt – ist messbar und beeinflusst Reichweite und Restwert. Da neue Batterien teuer sind, gilt der SoH als wichtigstes Kriterium beim Kauf eines gebrauchten E-Autos.

Kia und Hyundai zeigen vor, wie’s geht

An der Spitze der Auswertung steht der koreanische Konzern Kia mit Kia und Hyundai. Selbst neun Jahre alte Fahrzeuge kommen im Schnitt noch auf rund 93 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität. Auch Mercedes liegt weit vorne: Modelle aus dem Baujahr 2019 erreichen noch 94,2 Prozent, beim Smart fortwo desselben Jahres sind es 93,5 Prozent.

BMW und Mini aus dem Jahr 2020 kommen ebenfalls auf über 94 Prozent. Sogar elf Jahre alte BMW-Elektroautos liegen noch bei mehr als 80 Prozent. Die Datenlage ist allerdings begrenzt: Für noch ältere Baujahre oder Marken mit geringer Verbreitung reichen die Datensätze nicht aus. Deshalb fehlen etwa Genesis oder Seat in der Auswertung.

VW und Renault schwächeln

Am unteren Ende der Analyse stehen VW und Renault. Bei den ältesten untersuchten Modellen aus dem Jahr 2015 liegt die Restkapazität bei 72,5 Prozent (Renault Zoe) bzw. 74,6 Prozent (VW). Trotzdem liegen auch diese Werte noch über den üblichen Garantiegrenzen vieler Hersteller, die meist bei 70 Prozent greifen.

Insgesamt zeigt die Auswertung: Die Akkus halten länger als oft angenommen. Bei den meisten Marken sinkt die Kapazität relativ gleichmäßig um etwa ein Prozent pro Jahr.

Volle 100 Prozent selbst bei Neuwagen eher selten

Auffällig ist auch ein Detail bei Neuwagen: Nur bei Kia und Hyundai wurde durchgehend die volle Kapazität gemessen. Bei anderen Herstellern gibt es offenbar schon ab Werk Schwankungen. Beispiel Tesla: Hier lag die durchschnittliche Kapazität bei neuen Fahrzeugen bei 98,4 Prozent, was auf Unterschiede von bis zu drei Prozent hindeutet.

Die Auswertung zeigt auch: Weil sich der Zustand von Akkus inzwischen gut messen lässt, könnten sich diese Daten künftig stärker auf Gebrauchtwagenpreise auswirken und Käufern mehr Sicherheit geben.

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