Leistbar(ere) E-Flitzer

Plötzlich billiger! Darum sinken die E-Auto-Preise

Erstmals seit Jahren sinken die Preise für E-Autos in der EU. Laut einer neuen Analyse wurden sie zuletzt im Schnitt um gut vier Prozent günstiger.
Team Wirtschaft
12.03.2026, 12:41
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E-Autos werden in Europa erstmals seit Jahren wieder günstiger. Laut einer neuen Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) ist der durchschnittliche Preis 2025 verglichen mit dem Jahr davor um rund 1.800 Euro gesunken. Das entspricht einem Minus von vier Prozent. Ein neues Elektroauto kostet im Schnitt nun rund 42.700 Euro.

Der Grund dafür liegt laut der Studie nicht etwa in plötzlich billigeren Batterien, sondern vor allem in strengeren CO2-Vorgaben der EU. Diese zwingen die Hersteller mittlerweile dazu, mehr elektrische Modelle zu verkaufen. Um die Vorgaben zu erfüllen, bringen die Autobauer nun verstärkt leistbarere Fahrzeuge auf den Markt.

Vor allem kleinere Modelle erheblich günstiger

Besonders deutlich ist der Preisrückgang im sogenannten B-Segment, also bei kleineren Autos für den Alltag. Dort sank der Durchschnittspreis laut Analyse sogar um 13 Prozent. Neue Modelle wie der Citroën ë-C3 oder der Renault 5 sollen gezielt die breite Masse ansprechen.

Interessant ist dabei der Blick zurück: Zwischen 2020 und 2024 sind E-Autos trotz sinkender Batteriepreise sogar teurer geworden. Laut T&E hätten die damals eher schwachen CO2-Ziele den Herstellern erlaubt, vor allem größere und teurere Modelle herauszubringen.

Strenge EU-Vorgaben lassen Preise sinken

Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland, bringt es auf den Punkt: "Die Flottengrenzwerte helfen dem Klima und machen sich im Portemonnaie bemerkbar. Dank der CO2-Ziele gibt es in Europa nun endlich günstigere E-Autos."

Laut Analyse haben Hersteller, die etwa die Hälfte des europäischen Marktes abdecken, die CO2-Vorgaben für den Zeitraum 2025 bis 2027 sogar schon jetzt erfüllt. Nur Renault und Volkswagen liegen noch zurück, dürften ihre Ziele aber bis Ende 2027 ebenfalls erreichen.

Bald kein Unterschied mehr zu Verbrennern

Langfristig könnte der Preisunterschied zwischen Elektroauto und Verbrenner ganz verschwinden. In den großen Fahrzeugklassen sei das bereits seit 2024 der Fall. Bei kleineren Autos könnte diese sogenannte Preisparität bis 2030 erreicht werden, wenn die Hersteller ihre Kostenvorteile auch wirklich an die Kunden weitergeben.

Preisrutsch könnte sich verzögern

Allerdings gibt es ein großes Aber: Wenn die EU ihre geplanten CO2-Ziele für 2030 abschwächt, könnte sich dieser Preisrutsch deutlich verzögern. Laut T&E wäre ein durchschnittliches Elektroauto dann im Jahr 2030 noch um rund 2.300 Euro teurer als bei den aktuellen Vorgaben.

Abgeschwächte CO2-Ziele gefährden Markt

Auch der Marktanteil der E-Autos könnte darunter leiden. Wird das CO2-Ziel über drei Jahre gestreckt, könnte der Anteil laut Studie von erwarteten 57 Prozent auf nur noch 47 Prozent sinken. Sollte sich die Autoindustrie mit ihrer Forderung nach einer noch stärkeren Aufweichung durchsetzen, wären sogar nur rund 32 Prozent möglich.

T&E warnt deshalb vor falschen Hoffnungen. "Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, dass wir unsere Industrie schützen, indem wir Standards senken", sagt Bock. Lockerere Ziele würden nur kurzfristig Gewinne sichern, aber den technologischen Vorsprung gefährden.

Chinesische Autobauer auf der Überholspur

Denn während Europa diskutiert, drängt die Konkurrenz bereits auf den Markt. Vor allem chinesische Hersteller bauen laut Studie ihren Einfluss rasant aus und überholen bei Plug-in-Hybriden bereits einige europäische Premiummarken.

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