Der TÜV-Report ist seit Jahren eine der wichtigsten Orientierungshilfen für alle, die ein Auto kaufen oder verkaufen wollen. Er zeigt, wie zuverlässig die Modelle unterschiedlicher Klassen sind und welche Schwachstellen besonders häufig auftreten. Grundlage sind die Ergebnisse von diesmal fast 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen (HU) in Deutschland (entspricht bei uns in Österreich dem Pickerl) zwischen Juli 2024 und Juni 2025.
Was die aktuelle Ausgabe 2026 eindrucksvoll zeigt: Die Zukunft auf den Straßen wird elektrisch. Immer mehr Stromer tauchen in den Statistiken auf, weil jetzt erstmals genügend Fahrzeuge das TÜV-Alter erreicht haben. Insgesamt 18 Elektroauto-Modelle sind heuer in den Mängellisten vertreten. Grundtenor laut TÜV: E-Flitzer stehen klassischen Verbrennern in Sachen Wartung und Haltbarkeit in Nichts nachstehen. "Gut zu wissen, dass die Fahrzeuge genauso sicher sind wie die Verbrenner", sagt TÜV-Süd-Experte Jürgen Wolz. Viele E-Autos seien, so Wolz, sogar auf den oberen Rängen zu finden.
Der Blick auf die Ergebnisse der E-Fahrzeuge im TÜV-Report 2026 untermauert jedenfalls größtenteils deren hohes Sicherheitsniveau. Was die Analyse ebenfalls belebt: Die Schwachpunkte bei E-Autos haben nichts mit dem elektrischen Antrieb zu tun. Auffällig bleiben wie auch bei anderen Antriebsarten die Beleuchtungssysteme. Wegen der schweren Batterien treten zudem bei den Fahrwerken häufiger Mängel auf.
Das Gesamtergebnis zeigt allerdings eine leichte Verschlechterung. Die Quote der Autos mit erheblichen Mängeln (EM) stieg zuletzt auf 21,5 Prozent, ein Plus von 0,9 Prozentpunkten. Als Gründe nennt der TÜV unter anderem das steigende Durchschnittsalter der Autos von mittlerweile 10,6 Jahren und das Aufschieben von wichtigen Reparaturen wohl aus finanziellen Gründen. Bremsend wirkt hingegen laut TÜV der Umstand, dass die Fahrzeuge inzwischen eine wesentlich höhere Qualität aufweisen.
Die goldene Plakette 2026 erhält der Mazda 2. Lediglich 2,9 Prozent der Hybrid-Kleinwagen fallen nach drei Jahren mit erheblichen Mängeln auf. Platz zwei teilen sich Mercedes B-Klasse und der VW T-Roc mit je drei Prozent. Dahinter folgen der Toyota Yaris Cross und BMW 1er/2er mit 3,2 bzw. 3,3 Prozent sowie der Mini Cooper SE, mit 3,5 Prozent das beste E-Auto.
Am Ende der Tabelle löst das Tesla Model Y mit 17,3 Prozent das Tesla Model 3 ab. Auf dem vorletzten Platz bleibt der Ford Mondeo (14,3 Prozent), Drittletzter ist das Tesla Model 3 mit 13,1 Prozent. Auch wenn die Teslas wieder auf den hinteren Plätzen landen, bleibe laut TÜV positiv zu erwähnen, dass beide nach zwei bis drei Jahren bereits weit mehr als 50.000 Kilometer gefahren worden sind – gerade für ein Elektroauto eine auffällige Reichweite.
Auf der Langstrecke können vor allem Mercedes-Modelle überzeugen. A-Klasse, B-Klasse sowie GLE und ML kommen auch nach zehn bis elf Jahren auf rund 14 Prozent Mängel – und haben dann rund 170.000 Kilometer hinter sich. Aber auch unkomplizierte Kleinwagen wie Opel Corsa, Toyota Aygo und Fiat Panda bleiben lange zuverlässig. Für Familien mit Platzbedarf weisen Modelle wie VW Touareg, Ford C-Max oder Seat Alhambra gute Langzeitwerte auf.
In der Klasse "Mini" siegt der Fiat 500 E (4,2 Prozent). Bester Kleinwagen ist ganz klar der Gesamtsieger Mazda 2. Bei den Kompakten fahren BMW 1er/2er vorneweg. Mittelklassegewinner ist die Mercedes C-Klasse. Bei den SUVs ist's der VW-T-Roc und die Mercedes B-Klasse ist wiederum der beste Van.