WhatsApp stellt sein System grundlegend um. Ab Mitte 2026 kann der Messenger auch ohne Telefonnummer genutzt werden. Stattdessen werden individuelle Nutzernamen eingeführt.
Bisher war die Handynummer zwingend notwendig, um jemanden zu kontaktieren. Künftig reicht ein persönlicher Name – darüber lassen sich Nachrichten verschicken sowie Sprach- und Videoanrufe starten. Die eigene Nummer bleibt dabei verborgen. Die Umstellung ist freiwillig. Wer das bisherige System nutzen möchte, kann weiterhin bei der Telefonnummer bleiben.
Zusätzlich führt WhatsApp durch Eltern verwaltete Konten ein. Diese richten sich an 10- bis 12-Jährige. Eltern oder Erziehungsberechtigte können festlegen, wer das Kind kontaktieren darf und welchen Gruppen es beitreten kann. Zudem lassen sich Nachrichtenanfragen von unbekannten Kontakten prüfen und die Datenschutz-Einstellungen verwalten.
Die Einrichtung erfolgt, indem das Gerät der Eltern mit jenem des Kindes verbunden wird. Der Zugriff auf die Einstellungen ist durch eine Eltern-PIN geschützt. Änderungen können ausschließlich von den Eltern vorgenommen werden. Persönliche Nachrichten bleiben weiterhin Ende-zu-Ende verschlüsselt und sind für niemanden einsehbar.
Neu ist auch eine offizielle WhatsApp-App für Garmin-Smartwatches. Damit können Nachrichten direkt auf der Uhr gelesen und beantwortet werden. Voraussetzung ist, dass das Smartphone in Bluetooth-Reichweite bleibt. Antworten sind über vorgefertigte Texte, Emojis oder die Tastatur der Uhr möglich. Die Funktion wird auf mehreren Modellen unterstützt.
Neben diesen Fixpunkten arbeitet WhatsApp an weiteren Funktionen. Eine neue "Gast-Chat"-Option soll es ermöglichen, Personen per Link in Gespräche einzuladen – auch ohne WhatsApp-Konto. Diese Chats laufen im Browser, sind Ende-zu-Ende verschlüsselt und auf Textnachrichten beschränkt. Sie verfallen automatisch nach zehn Tagen Inaktivität.
Auch an der Anrufqualität wird gearbeitet. Eine Geräuschunterdrückung soll künftig Hintergrundgeräusche wie Verkehr oder Wind automatisch reduzieren. Die Funktion wird standardmäßig aktiviert, kann aber ausgeschaltet werden. Geplant ist außerdem eine neue Abmeldefunktion, bei der ein Ausloggen möglich sein soll, ohne den Chatverlauf zu verlieren.
Dazu kommen automatische Übersetzungen für bis zu 21 Sprachen. Nachrichten sollen künftig direkt in der App übersetzt werden, ohne dass sie manuell ausgewählt werden müssen. Auch bei selbstlöschenden Nachrichten wird nachgebessert. Mit einer neuen Option verschwinden Nachrichten 15 Minuten nach dem Lesen bzw. nach 24 Stunden, wenn sie ungelesen bleiben.