Geheime Schließfächer

Tausende Goldbarren – Millionenfund bei Benko-Stiftung

In Benkos Umfeld sind plötzlich Millionen in Gold und Bargeld aufgetaucht. Die Entdeckung bringt die Stiftungen in Liechtenstein weiter unter Druck.
Newsdesk Heute
28.04.2026, 16:10
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In Liechtenstein sind bei einer Benko-Stiftung plötzlich Millionen aufgetaucht – darunter auch Goldbarren in großem Stil. Die Entdeckung heizt den Druck auf das Umfeld des Signa-Gründers weiter an.

Konkret geht es um die Ingbe-Stiftung der Familie Benko. Bei einer Bank sollen dort Goldbarren im Wert von rund 14 Millionen Euro sowie jeweils eine Million Dollar und eine Million Schweizer Franken in bar gelagert worden sein, berichtet die "Krone". Zwei Schließfächer wurden nun im Beisein eines Notars geöffnet.

Tausende Goldbarren gefunden

Die Funde wurden im Zuge der Insolvenz rund um René Benko bekannt. Dessen persönlicher Masseverwalter Andreas Grabenweger informierte laut vorliegenden Informationen Insolvenzgericht und Gläubigerschützer über den Inhalt der Schließfächer. Darin befanden sich tausende Goldbarren – gestückelt in 10, 50 und 100 Gramm – mit einem Gesamtwert von etwa 14 Millionen Euro, zusätzlich Bargeld in Millionenhöhe.

Die Ingbe-Stiftung ist eine von mehreren Konstruktionen im Umfeld der Familie. Nach den Insolvenzen der Familie Benko Privatstiftung und der Laura Privatstiftung – über letztere wurde am 11. März das Konkursverfahren eröffnet – verbleiben mit der Arual- und der Ingbe-Stiftung noch zwei Vermögensvehikel in Liechtenstein.

Inhalt der Schließfächer war unklar

Dort geraten die Verantwortlichen zunehmend ins Visier von Insolvenzverwaltern und Anwälten. Sie prüfen, ob sich aus den Stiftungen noch Geld für Gläubiger der Signa-Gruppe sichern lässt. Offiziell war Benko selbst nur Stifter, Begünstigte sind Familienmitglieder – insbesondere seine Mutter, nach der die Ingbe-Stiftung benannt ist.

Auslöser für die Öffnung der Schließfächer war eine einstweilige Verfügung: Bereits im Jänner hatte der Masseverwalter erreicht, dass Vermögenswerte der Stiftung in Höhe von rund 50 Millionen Euro eingefroren werden.

Da unklar war, was sich konkret in den Fächern befindet und ob die Inhalte von der Verfügung umfasst sind, wurden sie schließlich unter notarieller Aufsicht geöffnet. Mittlerweile steht fest: Auch die entdeckten Werte sind gesichert und liegen auf einem Depot der Stiftung.

Gericht in Liechtenstein entscheidet

In Liechtenstein wird nun eine gerichtliche Entscheidung erwartet, wie mit den eingefrorenen Millionen weiter verfahren wird. Diese könnte in den kommenden ein bis zwei Monaten fallen.

In einem Verfahren hatte Benkos Anwalt zuvor argumentiert, dass es sich beim Stiftungsvermögen nicht um Vermögen des Unternehmers handle. Die Ingbe-Stiftung sei 2014 zur "Versorgung von Benkos Liebsten" gegründet worden und habe seit 2015 eigenständig gewirtschaftet.

Dem stehen jedoch interne Unterlagen gegenüber: Demnach sollen zwischen 2017 und 2023 rund 100 Millionen Euro aus Signa-Gesellschaften in die Stiftung geflossen sein – teils über Dividenden, teils über Aktienkäufe.

Offen bleibt damit die zentrale Frage: Wer erhält am Ende Zugriff auf die Millionen – die Familie oder die Gläubiger der Signa-Pleite.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 28.04.2026, 16:27, 28.04.2026, 16:10
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