Millionen-Verkauf vor Pleite

Brisante Immo-Deals – jetzt Wirbel um Benko-Verwalter

Kurz vor der Pleite der Benko-Stiftung wurden noch Immobilien um Millionen verkauft. Nun sorgt auch die Rolle des späteren Masseverwalters für Wirbel.
Lara Heisinger
28.04.2026, 15:55
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Wenige Wochen vor dem Konkurs der Laura Privatstiftung wurden noch Immobilien im Millionenwert verkauft – und sorgen jetzt für Diskussionen. Im Fokus steht dabei auch die Rolle jener Kanzlei, die später den Masseverwalter stellte.

Seit Tagen gibt es Wirbel um mehrere Immobilien-Transaktionen der insolventen Stiftung von René Benko. Bekannt wurde, dass die Laura Privatstiftung zwischen der Niederlage vor dem Internationalen Schiedsgericht Ende Jänner und der Insolvenzeröffnung im März mehrere Gebäude in Innsbruck veräußerte. Insgesamt wechselten vier Immobilien mit einem Gesamtwert von rund 40 Millionen Euro brutto den Besitzer – "Heute" berichtete.

Immo-Verkäufe kurz vor Konkursverfahren

Zwei Objekte gingen an die RK Beteiligungs GmbH in Thaur, zwei weitere an die Memu GmbH in Hall. Die entsprechenden Kaufverträge, die vorliegen, sind mit 16. Februar 2026 datiert – also nur kurz nach der Niederlage vor dem Schiedsgericht.

Diese hatte es in sich: Die Laura Privatstiftung wurde vom internationalen Schiedsgericht ICC dazu verurteilt, dem arabischen Staatsfonds Mubadala, der in die Signa-Gruppe investiert war, fast eine Milliarde Euro zu zahlen. Kurz danach wurden die Innsbrucker Immobilien verkauft.

Nur wenige Wochen später folgte der nächste Schritt: Am 11. März wurde über die Stiftung das Konkursverfahren eröffnet. Damit fanden die Verkäufe unmittelbar vor der Insolvenz statt.

"Sachverhalt offengelegt"

Besonders brisant ist auch die Rolle der beteiligten Kanzlei. Die Kaufverträge wurden von der Innsbrucker Kanzlei UGP Rechtsanwälte rund um Dr. Stefan Geiler erstellt – allerdings im Auftrag der Käufer. Rund einen Monat nach den Deals wurde ausgerechnet Geiler zum Masseverwalter der Laura Privatstiftung bestellt, seine Kanzleipartner fungieren als Stellvertreter.

Geiler sieht darin keinen Interessenkonflikt. "Selbstverständlich ist der Sachverhalt, unabhängig davon, dass ein gesetzliches Bestellungshindernis nicht vorliegt, dem Insolvenzgericht offengelegt worden", erklärte er gegenüber der "Tiroler Tageszeitung". Wann genau diese Offenlegung erfolgte, teilte Geiler nicht mit.

Verkaufsprozess bereits Ende 2024 gestartet

Er geht zudem davon aus, dass die Transaktionen überprüft werden. "Wir gehen davon aus, dass das Insolvenzgericht, wie in solchen Fällen üblich, zur Prüfung der Rechtsgeschäfte einen besonderen Verwalter bestellen wird. Diese Vorgangsweise ist im Gesetz vorgesehen."

Laut Geiler sei der Verkaufsprozess bereits Ende 2024 gestartet worden. Die Umsetzung sei schließlich "in Hinblick auf eine auslaufende, nicht mehr verlängerbare aber signifikant werthaltige Baugenehmigung zeitkritisch" gewesen.

Eine Stellungnahme des Landesgerichts Innsbruck lag dazu zuletzt noch nicht vor. Auch der Rechtsvertreter des Mubadala-Staatsfonds äußerte sich zu den Immobilienverkäufen bislang nicht.

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