Um Forderungen zu decken

Benko-Hammer! Nun soll Lieblings-Villa verkauft werden

Der Besitz von Österreichs bekanntesten Pleitier René Benko soll zu Geld für die Gläubiger gemacht werden. Nun rückt seine Villa in Igls in den Fokus.
Newsdesk Heute
10.04.2026, 13:12
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Nach dem Konkurs der Laura-Stiftung rund um René Benko blicken die Gläubiger nun gespannt auf die Verwertung des verbliebenen Vermögens. Dabei geht es um teure Immobilien in Tirol – darunter die Villa in Igls bei Innsbruck sowie ein großes Grundstück in bester Lage in Seefeld.

Wie der "ORF Tirol" berichtet, prüfen Insolvenzverwalter derzeit, wie die Vermögenswerte der Stiftung und ihrer Tochterfirmen bestmöglich verkauft werden können. Viele dieser Objekte waren lange rechtlich abgesichert. Nun sollen sie zu Geld gemacht werden, um die offenen Forderungen der Gläubiger zu bedienen.

Zugriff auf Vermögen möglich

Hintergrund der Pleite ist unter anderem die Finanzierung durch Geldgeber aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese hätten laut Berichten verlangt, dass im Fall einer Kreditvergabe auch die Laura-Stiftung haftet.

Laut Gerhard Weinhofer von der Gläubigerschutzorganisation Creditreform ist damit erstmals ein Zugriff auf Vermögenswerte im Umfeld der großen Signa-Insolvenz möglich. "Das war das erste Mal, dass Benko die strikte Trennung zwischen Signa und eigenem Vermögen aufgegeben hat", so Weinhofer zum "ORF Tirol". Dadurch seien nun auch Vermögenswerte betroffen, die ihm zugeordnet werden können.

Villa in Igls und Grundstück in Seefeld im Fokus

Im Visier der Insolvenzverwalter steht unter anderem die Villa in Igls, die jahrelang als Hauptwohnsitz von Benko galt. Auch in Seefeld wird die Lage neu bewertet: Dort gehört ein rund 8.000 Quadratmeter großes Grundstück einer Tochtergesellschaft der Laura-Stiftung.

Bürgermeisterin Andrea Neuner sagt dazu, dass der Masseverwalter derzeit alle Optionen prüfe. Es gehe auch um die Frage, ob die Gemeinde Teile des Areals wieder zurückbekommen könne, da ein Teil ursprünglich einmal Gemeindebesitz gewesen sei. Möglich sei aber auch ein Verkauf an einen Investor aus der Insolvenzmasse. Wichtig sei aus Sicht der Gemeinde jedenfalls, dass dort kein großes Hotelprojekt entsteht – maximal ein Betrieb mit rund 150 Betten.

Ob in Innsbruck oder Seefeld: Die Insolvenzverwalter werden in den kommenden Monaten nach und nach die Vermögenswerte der Laura-Privatstiftung verwerten. Der Erlös soll anschließend an die Gläubiger verteilt werden.

Benko in Haft

Benko selbst sitzt bereits seit Ende Jänner 2025 in Untersuchungshaft. Im Oktober und Dezember gab es in zwei Prozessen. Dort erhielt der Signa-Gründer einmal zwei Jahre (unbedingte) und einmal 15 Monate (bedingte) Haft – der Milliarden-Pleitier meldete Berufung an, es gilt die Unschuldsvermutung.

Stand jetzt muss Benko also noch bis Jänner 2027 einsitzen. Er befindet sich in der Justizanstalt Innsbruck.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.04.2026, 13:12
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