Die Lage bleibt angespannt: Obwohl offiziell eine Waffenruhe gilt, setzt der Iran weiter auf Drohgebärden in der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Öl-Routen der Welt. Der internationale Schiffsverkehr hat sich davon nicht erholt.
Aktuelle Daten zeigen, wie ernst die Situation ist. Innerhalb von 24 Stunden passierten nur wenige Schiffe die Meerenge. Gerade einmal drei internationale Öltanker und sechs Frachtschiffe verließen die Route, dazu ein einzelnes iranisches Schiff. Auch auf iranischer Seite blieb die Bewegung minimal.
Besonders brisant: Am 7. April ließ Teheran laut Marktbeobachtern nur vier Schiffe passieren – so wenig wie noch nie in diesem Monat.
Große Reedereien ziehen bereits Konsequenzen. Branchenriesen wie Maersk oder Mitsui O.S.K. Lines setzen ihre Fahrten aus oder schränken sie stark ein. Der Grund: fehlende Sicherheitsgarantien und unklare Regeln im Krisengebiet.
Die Auswirkungen sind laut Beobachtungen des Instituts für Kriegsstudien (ISW) massiv. Früher waren rund 135 Schiffen täglich unterwegs. Rund 800 Tanker warten derzeit auf die Durchfahrt, 426 sitzen im Persischen Golf fest.
Knapp die Hälfte von ihnen ist vollständig beladen – 172 Millionen Barrel Öl und Raffinerieprodukte könnten sofort abtransportiert werden.
Hinter den Drohungen wird ein klares Ziel vermutet: Der Iran könnte versuchen, künftig Gebühren für die Passage durch die internationale Wasserstraße zu verlangen.
Das macht die Golfstaaten zu den eindeutigen Verlierern dieses geopolitischen Konflikts. Ihr Geschäftsmodell wackelt, eine Passage-Gebühr wirkt wie eine Exportsteuer. Die Straße von Hormus bleibt damit ein Pulverfass.