Der neue Krieg im Iran sorgt vor Ort für enormes menschliches Leid, doch auch die wirtschaftlichen Folgen haben es in sich. Nicht nur Sprit für Kraftfahrzeuge, sondern auch das Kerosin wird durch die Blockade der Straße von Hormus teurer. Besonders mit Blick auf die anstehende Urlaubssaison sorgt das für große Sorgenfalten – auch, weil gesperrte Lufträume die Strecken immer länger machen.
Der Nahe Osten, wo die Austrian Airlines sehr präsent sind, wird lange Zeit nicht mehr angeflogen. Nach Dubai und Tel Aviv gibt es einen Flugstopp bis aktuell 31. Mai. Nach Abu Dhabi, Amman, Beirut, Dammam, Riad, Erbil, Maskat und Teheran wird bis 24. Oktober nicht geflogen. Dadurch fallen auch einige Umstiege am Weg nach Asien weg.
Die Kerosin-Versorgung der Flotte in Wien sei jedenfalls sichergestellt, beruhigt AUA-Chefin Annette Mann im Ö1-Mittagsjournal. Das Problem sei eher der Preis, der sich in den letzten Wochen "vervielfacht" habe. Alleine dieses Jahr sind die Kerosinkosten bei der Lufthansa-Group 1,5 Milliarden Euro höher.
"Ich rechne auch damit, dass Flugpreise weiter steigen." Mit Blick auf den Sommerurlaub rät sie deshalb dazu, möglichst früh und schnell zu buchen. Zielen in Europa sei außerdem der Vorzug zu geben, weil dort die Kerosinpreise nicht so stark durchschlagen. "Dann kann man es am besten abfedern."
Trotzdem setzt die AUA auf einen starken Reisesommer, will die Kapazitäten durch die gestrichenen Nahost-Flüge woanders nutzen. Wie es im Winter weitergeht, sei noch nicht abzusehen. "Ich habe keine Glaskugel."
Fest steht aber schon: Wenn wieder geflogen wird, wird der Wettbewerb "brutal" werden. Airlines wollen dann mit billigen Preisen ihre Flugzeuge wieder füllen. Ein Personalabbau bei der AUA sei aktuell übrigens nicht geplant und immer nur das allerletzte Mittel.