Umstellung sorgt für Aufsehen

Supermarkt streicht Strichcodes – das steckt dahinter

Nach mehr als 50 Jahren soll der klassische Strichcode in Teilen des Sortiments der Vergangenheit angehören. Ein moderner Matrixcode ersetzt ihn.
Newsdesk Heute
10.04.2026, 07:24
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Der Strichcode könnte nach mehr als 50 Jahren Erfolgs- (und Verschwörungs-)Geschichte aus den Supermärkten verschwinden. Das zumindest wünscht sich die globale Standardisierungsorganisation GS1. In der Schweiz schwenkt jetzt die große Supermarktkette Migros ein.

Etiketten, die beim Wiegen von Obst und Gemüse aus dem Drucker kommen, ziert neu ein quadratischer Matrixcode – auch 2D-Code genannt. Das berichtet "watson.ch".

Die Migros orientiert sich dabei nicht an Gesundheitssorgen von Anhängern der Barcode-Verschwörung oder der GS1. Laut Konzern-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir hat die Änderung primär praktische Gründe: "Der bisherige 1D-Barcode wurde teilweise nicht optimal gedruckt und hat zu Lesefehlern geführt. Dies führte zu regelmäßigen Reinigungsaufwänden bei den Druckern."

Die Barcode-Verschwörung

Rund um den simplen Strichcode auf Produkten ranken sich wilde Verschwörungsmythen. Manche behaupten ernsthaft, die schwarzen Linien würden wie eine Antenne wirken und negative Energie aufnehmen. Diese Energie soll laut Theorie beim Kauf auf den Menschen übergehen – und sogar krank machen.

Erfunden wurde der Barcode übrigens vom US-Ingenieur Norman Joseph Woodland. Sein Ziel war es, Produkte schneller und effizienter erfassbar zu machen – nicht, sie mit mysteriöser Energie aufzuladen.

Coop war schneller – und sieht Vorteile

Was jetzt bei Migros eingeführt wird, gibt es bei der Schweizer Konkurrenz Coop schon seit rund sechs Jahren. Dort sind 2D-Codes unter anderem auf Sandwiches, Fischprodukten und teilweise auf Wurstwaren zu finden, wie Coop-Sprecher Caspar Frey laut "20 Minuten" erklärt.

Die Erfahrungen damit seien durchwegs positiv, Beschwerden habe es keine gegeben. Deshalb werden die neuen Codes auch bei Produkten eingesetzt, die direkt in den Filialen hergestellt werden. Demnächst soll auch der Frischebereich auf das neue System umgestellt werden.

Ein weiterer Vorteil des Matrixcodes: Er kann deutlich mehr Informationen speichern. Neben dem Mindesthaltbarkeitsdatum lassen sich zum Beispiel auch Gewicht, Produktionsort und sogar die CO₂-Bilanz eines Produkts abrufen. Das erleichtert nicht nur die Bestellung der Waren, sondern sorgt auch für mehr Transparenz.

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