Der Corona-Cluster in der Justizanstalt Hirtenberg (Bezirk Baden) hatte am Freitag einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Verzeichnet wurden 70 Fälle und damit um elf mehr als am Vortag. Insgesamt 47 Infektionen (minus eins) gab es nach Angaben aus dem Büro von Niederösterreichs Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Freitag in der Justizanstalt Sonnberg (Bezirk Hollabrunn).
Über das Wochenende gingen die Zahlen zurück: Mit 52 Infizierten in Hirtenberg gab es am Samstag um 18 weniger als am Freitag. Unverändert 47 Infektionen wurden am Samstag in der Justizanstalt Sonnberg verzeichnet - mehr dazu hier.
Am Montag wurden aus dem Sanitätsstab 52 Fälle in Hirtenberg gemeldet (gleichbleibend gegenüber Sonntag) und 19 in Sonnberg (ein Fall weniger wie am Sonntag).
Ausgelöst dürfte den Cluster in Hirtenberg ein Insasse haben, der aus einer anderen Justizanstalt gekommen war.
Seitens der Justizanstalt Hirtenberg war auf die ansteigenden Fälle bereits reagiert worden. Infizierten werden in abgesonderten Bereichen untergebracht, die Trakte dürfen von Mitarbeitern nur mit Schutzanzügen betreten werden. Regelmäßige Coronavirus-Testungen werden durchgeführt.
Die beiden Gefängnis-Cluster sorgen auch auf Bundesebene für Sorgenfalten. Chief Medical Officer Katharina Reich fragte bei einer Besprechung nach dem Impfgeschehen in den Justizanstalten. Tagesaktuell seien dies rund 7.800 von rund 8.600 Insassen, hieß es seitens einer Mitarbeiterin des Justizministeriums - mehr dazu hier. Im Raum steht auch, dass Datenanalysen auch auf Justizanstalten ausgeweitet werden könnten, schlug ein Experte vor.