Mit simplen Geschirrtüchern wird seit Donnerstag im Haus der Geschichte Österreich (hdgö) an die Opfer von Frauenmorden im Bundesgebiet erinnert. Die Innsbrucker Künstlerin Sabine Schwarz begann im Jahr 2023 damit, die Stoffe zu besticken.
Auf den Tüchern finden sich nun der Ort des Verbrechens, das Datum der Tat und – falls bekannt – der Name des Opfers. Die traurige Bilanz nach zwei Jahren: 71 Geschirrtücher für 71 ermordete Frauen in Österreich. Die Installation erweitert die Ausstellung "Neue Zeiten, Österreich seit 1918" im hdgö.
Besonders dramatisch: Bis 2024 machten Frauen regelmäßig mehr als die Hälfte der Mordopfer in Österreich aus. Dabei werden die Taten häufig von (Ex-)Partnern oder Familienmitgliedern begangen. Im EU-Vergleich zählt Österreich bei Tötungen von Frauen durch Partner oder Angehörige schon seit Jahren zu den Ländern mit überdurchschnittlich hohen Werten.
Im Rahmen der nunmehrigen Ausstellung weist die Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, Klaudia Frieben, darauf hin, dass jeder Mensch das Recht auf ein gewaltfreies Leben habe. Dennoch sei jede dritte Frau in Österreich von sexualisierter Gewalt betroffen. Die Arbeit würde "Gewalt gegen Frauen sichtbar" machen und "das gesellschaftsrelevante Thema des Gewaltschutzes" unterstreichen.
Die hdgö-Gründungsdirektorin Monika Sommer betonte, dass es dem Museum ein Anliegen sei, "das Thema geschlechtsspezifischer Gewalt aufzugreifen und dagegen Stellung zu beziehen". Dabei wolle man die Würde der Opfer wahren.