Bereits am Freitag hatte die Landespolizeidirektion Wien die Kundgebung "Kritik an der Wiener Migrationspolitik" der Identitären-Bewegung untersagt. Dennoch fanden sich am Samstagnachmittag im Bereich des Stephansplatzes für eine Gegendemo zusammen.
Zu der ordnungsgemäß angezeigten Standkundgebung hatte das Bündnis "Offensive gegen Rechts" aufgerufen. Auch zahlreiche Polizisten waren vor Ort, um die Protestaktion abzusichern. Wie bereits berichtet, kam es jedoch zur Eskalation.
Auslöser dafür war laut der Polizei eine Personengruppe, die nicht Teil der angemeldeten Versammlung war. Bei ihnen soll es sich um rechte Gegner der Standkundgebung gehandelt haben. Um eine Konfrontation der beiden Gruppierungen zu vermeiden, schirmte die Polizei die eintreffende Personengruppe ab und forderte diese zum Gehen auf.
Dieser Aufforderung kamen die Personen auch nach, sie wurden von den Beamten zur U-Bahn eskortiert, wie Videoaufnahmen zeigen. Seitens der Versammlungsteilnehmer der Standkundgebung kam es in weiterer Folge jedoch zu Flaschenwürfen, dem Einsatz pyrotechnischer Gegenstände sowie zu wiederholten Versuchen, die polizeilichen Sperren zu durchbrechen.
Schlussendlich musste die Versammlung aufgrund der mehrfach gesetzten gefährlichen Angriffe behördlich aufgelöst werden. Als die Beamten die Anweisung zum Verlassen der Örtlichkeit aussprachen, wurde dieser auch Folge geleistet.
Dennoch kam es in der Zwischenzeit zu einer vorläufigen Festnahme, sechs Anzeigen – fünf davon strafrechtlich und eine verwaltungsstrafrechtlich– und zu vier verletzten Beamten. Drei davon konnten den Dienst nicht weiter fortsetzen.
Bereits zuvor gingen auch in anderen Teilen Wiens die Wogen hoch. Gegen 13.50 Uhr trafen sich im Bereich Wien-Brigittenau, Brigittenauer Sporn, mehrere Personen zu einer nicht angezeigten Versammlung. Die Betroffenen hatten Fahnen, Banner, Megafone und pyrotechnische Gegenstände dabei.
Sie zogen über die Schemerlbrücke Richtung Döbling zum Nußdorfer Platz. Beim Erblicken der Polizei legten Teilnehmer ihre mitgeführten Gegenstände ab und flüchteten in Richtung Kahlenberg Straße. Einige von ihnen konnten angehalten werden.
Es kam zu 35 Identitätsfeststellungen, einer Anzeige gegen unbekannte Täterschaft nach dem Versammlungsgesetz, zwei Anzeigen gegen Unbekannte nach dem Pyrotechnikgesetz und einer Anzeige wegen Ordnungsstörung.