Boeing-CEO erhält 39 Mio. Dollar – Opfer 144.500

346 Familien verloren einen Angehörigen bei 737-Max-Abstürzen, der Boeing-Chef nun seinen Job. Die Familien werden mit 144.500 Dollar für ihren Verlust entschädigt, er bekommt 270-mal soviel.
Die Krise um den Unglücksflieger 737 Max kostete Boeing-Chef Dennis Muilenburg den Job. Der Topmanager trat am Montag mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern zurück. Er ist jetzt zwar arbeitslos, Geldsorgen wird der 55-Jährige aber wohl keine haben. Wie "ABC News" berichtet, winkt Muilenburg ein goldener Fallschirm über 39 Millionen Dollar.

Gleichzeitig muss Boeing den Hinterbliebenen der 346 Menschen, die bei 737-Max-Abstürzen ums Leben kamen, 50 Millionen Dollar als Entschädigung auszahlen. Jeder Familie würden also 144.500 Dollar zustehen – das ist nur ein kleiner Bruchteil von dem, was Ex-CEO Muilenburg erhält.

Boeing suchte die Gewinnoptimierung

Die 737-Max-Abstürze im Oktober 2018 in Indonesien und im März 2019 in Äthiopien haben Boeing in eine tiefe Krise geführt. Der Konzern steht im Verdacht, die Unglücksflieger im Wettrüsten mit Airbus überstürzt auf dem Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Boeing weist dies zurück, hat aber Fehler und Pannen eingeräumt. Das 737-Max-Debakel ist für den Hersteller eine enorme Belastung, die bereits immense Kosten, große Imageschäden, mehrere Ermittlungen und hohe Klagerisiken verursacht hat.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Michael Stumo, der bei dem Absturz von Ethiopian Airlines seine Tochter Samya verlor, glaubt, dass die Flugunglücke zu verhindern gewesen wären. "Jetzt, wo wir wissen, was Boeing-Chef Muilenburg und die Verantwortlichen von Boeing vor den Abstürzen wussten, aber ignoriert haben, ist klar geworden, wie die Qualität des Unternehmens im Lauf der Jahre abgenommen hat", sagt Stumo. "Der Fokus der Firma lag bei der Gewinnoptimierung und führte zum vermeidbaren Tod meiner Tochter Samya Rose und den anderen 345 Menschen."

Entschädigung als "Strategie der Presseabteilung"

Stumo ist nicht der einzige Angehörige, der Boeing schwere Vorwürfe macht: Vergangenen Juli sagte vor einem Unterausschuss des US-Kongresses ein Mann aus, der seine ganze Familie beim Crash von Ethiopian Airlines verloren hatte. Zur Anhörung kam Paul Njoroge mit Fotos seiner Frau, seinen drei Kindern und seiner Schwiegermutter. Nur wenige Minuten vor seiner Aussage kündigte Boeing an, einen 50-Millionen-Dollar-Entschädigungsfonds für die Hinterbliebenen einzurichten.

Njoroge reagierte empört: "Ich liege nächtelang wach und denke an die Angst, die meine Familie ertragen musste. Boeing hat noch nie mit Familien über die Trauer gesprochen, die wir für den Rest unseres Lebens erleiden müssen", sagte der Witwer damals. Den Fonds bezeichnete Njoroge als "eine Strategie der Presseabteilung, um sich vor laufenden Kameras zu entschuldigen".

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