Wenn es in der Produktion zu einem Corona-Cluster kommt, stehen alle Laufbänder still, keine neuen Waren verlassen das Werk. Für das jeweilige Unternehmen bedeutet das einen herben Verdienstentgang. Um das zukünftig zu verhindern, setzt man mancherorts auf (bisher) unkonventionelle Mittel, die sich langfristig aber rentieren sollen.
Der oberösterreichische Motorradhersteller KTM mit Sitz in Mattighofen will nicht – wie mit der Impfpflicht – bestrafen, sondern belohnen. Wer bereits geimpft ist oder sich bis 15. Jänner impfen lässt, erhält eine Impfprämie in Höhe von 750 Euro, berichten die "Salzburger Nachrichten" am Freitag. Der Betrag wird in Form einer Gewinnbeteiligung geleistet.
"Es ist eine Belohnung für jene, die ihre soziale Verantwortung wahrnehmen, und eine Motivation für jene, die es noch nicht getan haben", so KTM-Chef Stefan Pierer zur "SN". Darüber hinaus soll es für die 4.000 Mitarbeiter im Jänner einen 2.300-Euro-Bonus wegen der guten Auftragslage in diesem Kalenderjahr setzen.
Zwar liegt die Impfquote bei den KTM-Angestellten zwischen 80 und 90 Prozent, in der Produktion seien es aber nur 55 bis 60. "In den vergangenen Wochen haben uns 200 Leute in der Produktion gefehlt. Wenn Schichten ausfallen, habe ich wenig Verständnis", erklärt Pierer. Corona-bedingte Ausfälle sollen ab Jänner der Geschichte angehören.
„"Wir glauben, dass wir zum Vorbild werden könnten."“
Bei Sony DADC in Thalgau gibt es bereits seit September einen Bonus für Geimpfte, berichten die "Salzburger Nachrichten" weiter. "Um den Anreiz zu erhöhen, haben wir eine Impfprämie in der Höhe von 250 Euro eingeführt", sagt Personalleiterin Ingrid Putzhammer. Auch hier soll die Auszahlung im Jänner stattfinden.