Wer zum ersten Mal eine Führungsposition übernimmt, steht vor großen Herausforderungen. Zwischen den Erwartungen der Geschäftsleitung und den Bedürfnissen des Teams ist der Grat oft schmal. Viele frischgebackene Chefs machen dabei immer wieder dieselben Fehler.
Die gute Nachricht: Wer die typischen Stolpersteine kennt, kann ihnen gezielt ausweichen. Von der unterschätzten Antrittsrede bis zum Versuch, es allen fachlich gleichtun zu wollen - die Liste ist lang.
Wie computerwoche.de berichtet, zählt zu den häufigsten Fallen, dass neue Führungskräfte in den ersten 100 Tagen alles auf den Kopf stellen wollen. Statt blindem Aktionismus empfiehlt es sich, die ersten Wochen für Gespräche mit Mitarbeitern und Arbeitsplatzbesuche zu nutzen.
Ein weiterer klassischer Fehler: Mitarbeiter versuchen gerne, den neuen Chef für ihre eigenen Anliegen einzuspannen. Hier ist Vorsicht geboten, denn oft kommt dabei nur die subjektive Wahrnehmung ans Licht. Neue Führungskräfte sollten keine voreiligen Versprechungen machen, sondern sich zuerst einen umfassenden Überblick verschaffen.
Auch bei Freundschaften mit Mitarbeitern ist Fingerspitzengefühl gefragt. Eine zu enge Beziehung kann in kritischen Situationen zum Problem werden und bei Kollegen einen schlechten Eindruck hinterlassen. Ausreichend Distanz schützt beide Seiten.
Gleichzeitig ist es ein Zeichen von Stärke, eigene Fehler einzugestehen und Kritik anzunehmen. Wer offen für berechtigte Einwände ist, gewinnt Glaubwürdigkeit und das Vertrauen des Teams.
Viele neue Chefs signalisieren: "Du kannst jederzeit zu mir kommen." Klingt nett, ist aber kontraproduktiv. Ungeplante Gespräche reißen aus der Konzentration und verleiten Mitarbeiter zur Unselbstständigkeit. Besser: fixe Zeiten für Mitarbeitergespräche einplanen.
Und zuletzt: Niemand muss als Chef auf jede Fachfrage eine Antwort haben. Dafür gibt es die Experten im Team. Wer nicht delegiert, wird schnell zum "Obersachbearbeiter" und verliert den Überblick über die eigentlichen Führungsaufgaben.