80 € für 6 km/h zu viel – Lenker bekommt Hammer-Strafe

Wer im Straßenverkehr schnell unterwegs ist, der muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Doch ein Steirer muss nun richtig tief in die Tasche greifen. 

Viele Auto- und Motorradfahrer werden das ungute Gefühl kennen: Im Postkasten liegt ein Brief der Landespolizeidirektion, der in den meisten Fällen nichts Gutes bedeutet. Auch Gerhard (47, Name von der Redaktion geändert*) bekam vor einigen Tagen eine solche Strafverfügung nach Hause zugestellt. Darin wird dem Steirer eine geringe Tempoübertretung im Grazer Stadtgebiet zur Last gelegt.

"Grenzt an Wegelagerei und Stauchdiebeskunst"

Der Tempo-Sünder soll bereits im Juli an einem Sonntagnachmittag mit 56 km/h über die Kärntner Straße gefahren sein. Sage und Schreibe 6 Kilometer pro Stunde sei er mit seinem Mazda-SUV zu schnell unterwegs gewesen – eine Radarbox am Straßenrand dokumentierte die "rasante" Fahrt, die Gerhard nun teuer zu stehen kommt. Stolze 80 Euro soll er nun an die LPD Steiermark überweisen. 

Für den 47-Jährigen ist die Strafhöhe alles andere als verständlich. "Für solche Bagatellen derartige Geldstrafen zu fordern grenzt an Wegelagerei und Stauchdiebeskunst. Graz ist wirklich pleite", wütet Gerhard im "Heute"-Talk. Er wird die Summe wohl oder übel begleichen (müssen) – ein Einspruch würde unter Umständen erhebliche Mehrkosten verursachen.

Strafe hoch, aber im rechtlichen Rahmen

Das sieht auch ÖAMTC-Jurist Nikolaus Authried so: Er würde vor einem Einspruch warnen, da es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Nullsummenspiel wäre. "Auch wenn die Summe von 80 Euro hoch angesetzt ist, befindet sie sich im rechtlichen Rahmen", erklärt Authried im "Heute"-Talk. Die Behörde müsse bei der Bemessung unter anderem auch mögliche vorherige Verkehrsdelikte heranziehen. 

Geschwindigkeitsübertretungen von bis zu 30 km/h können laut dem ÖAMTC-Juristen sogar 726 Euro kosten.

Was dem ÖAMTC in der jüngsten Vergangenheit jedoch aufgefallen ist: In letzter Zeit wurden die Strafen für Verkehrssünder generell höher angesetzt. "Wir hatten bei uns in der Rechtsberatung auch schon Fälle, bei denen Autofahrer für eine Tempo-Überschreitung von 10 bis 20 km/h rund 200 bis 300 Euro bekommen haben", stellt Authried klar.

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