Deutschland erlebte bei der Fußball-WM ein Fiasko. Gegen Underdog Paraguay kam das Aus nach Elfmeterschießen bereits im Viertelfinale. Erste Konsequenz: Teamchef Julian Nagelsmann musste seinen Hut nehmen, soll durch Jürgen Klopp ersetzt werden.
Für DFB-Legende Felix Magath ein überfälliger Schritt.
"Dass er überhaupt Bundestrainer wurde. Die Entscheidung Nagelsmann war eine krasse Fehlentscheidung. Er war einfach völlig überfordert. Deswegen ist in den drei Jahren, in denen er Bundestrainer war, nie was vor sich gegangen", polterte der Fußball-Fachmann in der TV-Talkrunde "Doppelpass.
Für Magath war bereits die EM im eigenen Land mit dem Viertelfinal-Aus gegen Spanien ein Problem. "Wir haben uns das wieder schön geredet, weil jeder positiv sein musste. Immer hörte man: wir müssen positiv, wir müssen positiv. Die Wahrheit ist: Einzig Toni Kroos hat Nagelsmann damals gerettet – nicht dessen fachlichen Fähigkeiten."
Magath, der als Spieler unter ÖFB-Trainerlegende die Champions League gewann, Europameister war, später als Coach mit Bayern und Wolfsburg Meister war, kritisiert auch die Strukturen beim DFB.
"Dort sind ja nur unerfahrene Leute", schimpfte er und schilderte eine Anekdote, als er Trainer bei Hertha BSC Berlin war. Ein 24-jähriger Assistent des Analysten habe ihm erklärt, wie er am Wochenende gegen Leverkusen spielen soll. "Das ist ja abartig", schimpft Magath.
Auch die generelle Entwicklung des deutschen Fußballs ist Magath ein Dorn im Auge.
"Wir waren gefürchtet. Wir waren fast immer bei großen Turnieren im Halbfinale oder Finale – mit deutschen Tugenden, Disziplin und Einsatz." Stattdessen habe man versucht, technisch und taktisch besser zu werden. Das Ergebnis: "Die lachen uns alle aus."
Als Beispiel, wie es anders geht, nennt Magath Argentinien.
"Die spielen mit Herz, Leidenschaft und klarer Struktur – mit Messi im Zentrum, dem alle anderen diesen. Die haben einen Messi, nicht vier Messis. Alle spielen für ihn. Da kommt eine MAnnschaft raus. Das vermisse ich bei Deutschland."