Sport

Vettel zu Kanada-Urteil: "Sieht sch**** aus"

Ferrari hatte neue Beweise zur Entlastung von Sebastian Vettel angekündigt. Doch die Stewards entschieden gegen die Scuderia.
Heute Redaktion
13.09.2021, 16:41

Ferrari ist abgeblitzt. Der italienische Rennstall brachte in der "Causa Vettel" neue Beweise auf den Tisch, wollte so die Fünf-Sekunden-Zeitstrafe gegen Sebastian Vettel, durch die der Deutsche den Sieg beim Grand Prix von Kanada verlor, aufheben. Doch die Stewards entschieden anders.

Bei einer Anhörung im Rahmen des Grand Prix von Frankreich in Le Castellet hatte Ferrari-Sportdirektor Laurent Mekies am Freitag neue Beweise vorgelegt, die Vettel entlasten sollten. Der Rennstall wollte eine Revision erzwingen.

Keine neuen Beweise

Doch dazu kommt es nicht. Der Ferrari-Protest wurde abgeschmettert. Die Begründung der Kommissare: "Es gibt keine bedeutenden oder relevanten neuen Informationen." Im Klartext: Ferraris Beweise ändern nichts.

Ferrari hatte sich vor allem auf ein Video gestützt, dass Vettels Gesicht während des Manövers zeigt sowie eine Analyse durch den Sky-Experten Karun Chandhok. Diese Videos seien für die Stewards nicht von Belang. Alle anderen vorgebrachten Materialien (Zeugenaussage von Vettel, Telemetrie-Daten, Bilder aller verfügbaren Kameraeinstellungen) seien bereits berücksichtigt worden.

Damit ist der 78. Grand-Prix-Sieg von Weltmeister Lewis Hamilton nun amtlich.

Vettel konnte die Entscheidung auch nach zwei Wochen noch nicht nachvollziehen. "Ich hab meine Meinung und werde sie auch nicht ändern. Für die Leute vor dem Fernseher oder an der Strecke, die den Sport sehen wollen, ist das dann einfach doof, sieht es einfach ein bisschen scheiße aus."

Vettels umstrittenes Manöver

Vettel hatte beim Kanada-GP die Strecke verlassen, war im letzten Moment vor Verfolger Hamilton auf die Strecke zurückgekehrt, dabei dem Silberpfeil-Boliden gefährlich nahe gekommen. Hamilton musste vom Gas, um nicht mit der Mauer zu kollidieren.

Dieses Verhalten Vettels wurde von den Stewards als "Unsicheres Zurückkehren auf die Strecke" gewertet und mit einer Fünf-Sekunden-Strafe geahndet. Dadurch rutschte der Deutsche auf Rang zwei zurück.

(wem)

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