Ozempic & Co.

Abnehmspritze Ozempic: Kilos kommen rasch zurück

Wer Abnehmspritzen wie Ozempic oder Mounjaro absetzt, nimmt laut einer Studie rund 60 Prozent des Gewichtsverlusts binnen eines Jahres wieder zu.
Technik Heute
05.03.2026, 15:44
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Abnehmspritzen gelten als Wundermittel gegen starkes Übergewicht. Millionen Menschen weltweit nutzen Präparate wie Ozempic, Wegovy oder Mounjaro, um ihre überschüssigen Kilos loszuwerden. Doch was passiert, wenn man die Behandlung beendet? Eine aktuelle Analyse zeichnet ein ernüchterndes Bild.

Für die Untersuchung wurden sechs Studien zu Medikamenten mit sogenannten GLP-1-Rezeptor-Agonisten ausgewertet. Insgesamt flossen die Daten von mehr als 3200 Probanden ein. Getestet wurden die Wirkstoffe Semaglutid, Tirzepatid und Liraglutid.

Wie spiegel.de berichtet, leitete ein Team um Brajan Budini von der University of Cambridge die Analyse. Das Ergebnis: Nach dem Absetzen der Medikamente nahmen die Patienten zunächst schnell und dann immer langsamer wieder zu. Im Schnitt legten die Betroffenen rund 0,4 Kilogramm pro Monat zu.

Nur ein Viertel bleibt dauerhaft unten

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit Semaglutid nahmen die Teilnehmer durchschnittlich 11 bis 17 Prozent ihres Körpergewichts ab, mit Tirzepatid sogar 15 bis 23 Prozent. Das durchschnittliche Ausgangsgewicht lag bei 104 bis 112 Kilogramm.

Nach den Berechnungen der Forscher könnte die Gewichtszunahme bei rund 75 Prozent des ursprünglichen Verlusts aufhören. Das bedeutet: Langfristig bleibt womöglich nur etwa ein Viertel der abgenommenen Kilos auch wirklich unten. Allerdings gibt es bislang keine realen Langzeitdaten, dafür sind die Abnehmspritzen noch nicht lange genug verfügbar.

Warum so viele die Therapie abbrechen

Etwa die Hälfte aller Patienten beendet die Behandlung mit Abnehmspritzen vorzeitig. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall - sie betreffen mindestens 10 von 100 Nutzern. In seltenen Fällen kann sich die Bauchspeicheldrüse entzünden.

Dazu kommen die hohen Kosten: Die Behandlung schlägt pro Monat mit einigen Hundert Euro zu Buche. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Kosten in der Regel nicht. Auch ein eingeschränkter Zugang über Verschreibungsrichtlinien spielt eine Rolle.

Gibt es einen Ausweg?

Hoffnung macht ein neuer Ansatz: In laufenden Studien reduzieren Patienten nach Erreichen ihres Zielgewichts die Dosis, statt die Therapie komplett abzubrechen. Diese geringere Dosis könnte nach ersten Erkenntnissen ausreichen, um das Gewicht zu halten.

Klar ist jedenfalls: Die Abnehmspritze allein ist keine dauerhafte Lösung. Wer die Kilos langfristig loswerden will, muss wohl am Ball bleiben - ob mit reduzierter Dosis oder einer grundlegenden Änderung des Lebensstils.

{title && {title} } tec, {title && {title} } 05.03.2026, 15:44
Jetzt E-Paper lesen