Run auf Hautärzte

Abnehmboom – Immer mehr lassen "Ozempic Face" behandeln

Hautärzte beobachten seit dem Boom der GLP-1-Medikamente eine neue Nachfrage: Volumenaufbau im Gesicht nach dem Abnehmen.
Artiola  Zhabota
22.02.2026, 17:46
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Die Kilos purzeln, der Bauch wird flacher, die Jeans sitzt lockerer: Für viele Menschen sind GLP-1-Spritzen wie Ozempic oder Wegovy ein medizinischer Durchbruch. Doch während die Zahl auf der Waage sinkt, zeigt sich bei manchen eine unerwartete Veränderung im Spiegel: Das Gesicht wirkt schmaler, die Wangen eingefallen, Falten treten deutlicher hervor.

Das sogenannte "Ozempic Face" ist längst ein Gesprächsthema in Hautarzt-Ordinationen: Der Hype um die Abnehmspritzen sorgt nun dafür, dass immer mehr Dermatologen sich gezielt auf "Ozempic Face"-Behandlungen spezialisieren.

Nebenwirkungen für's Gesicht

"Ozempic Face ist kein medizinischer Fachbegriff, sondern eine mediale Bezeichnung für sichtbare Gesichtsveränderungen infolge eines raschen Gewichtsverlusts", erklärt Wiener Dermatologin Barbara Franz "Heute".

Dabei verschwindet nicht nur Fett an Bauch oder Hüften, sondern auch das subkutane Fett im Gesicht. Dieses Fett ist jedoch entscheidend für jugendliche Fülle und Spannkraft. Das Ergebnis: Die Visage wirkt schmaler, manchmal kantiger, aber auch älter.

Wo das Volumen zuerst verschwindet

"In der Praxis sehen wir meist beides, allerdings beginnt es fast immer mit Volumenverlust", verrät Franz im "Heute"-Gespräch. Typisch seien hohl wirkende Wangen, stärker sichtbare Tränenrinnen, vertiefte Nasolabialfalten und ausgeprägtere Marionettenlinien. Auch die Kieferlinie verliere an Definition.

Die Hauterschlaffung ist häufig eine Folge dieses inneren Verlusts: Fehlt das stützende Fettgewebe, wirkt die Haut lockerer – besonders bei Menschen ab 35 oder 40 Jahren, wenn die natürliche Kollagenproduktion bereits abnimmt.

Neue Nachfrage in Praxen

Mit der steigenden Zahl an GLP-1-Therapien verändert sich auch der Alltag in ästhetisch-dermatologischen Praxen: Immer häufiger suchen Patienten gezielt wegen Volumenverlusts nach Gewichtsreduktion Beratung.

Dermatologen reagieren darauf mit angepassten Behandlungsstrategien: Hyaluronsäure-Filler kommen zum gezielten Volumenaufbau im Mittelgesicht zum Einsatz und liefern relativ rasch sichtbare Ergebnisse. Biostimulatoren regen die körpereigene Kollagenproduktion an und sorgen für eine schrittweise, natürlichere Verbesserung.

Barbara Franz ist zertifizierte Fachärztin für Dermatologie bei der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Dermatochirurgie.
Dr. Barbara Franz

In ausgewählten Fällen kann auch ein Eigenfett-Transfer infrage kommen. Ergänzend werden hautstraffende Verfahren wie Radiofrequenz, Ultraschall oder Laser eingesetzt, um die Hautqualität zu verbessern. Doch Franz mahnt zur Zurückhaltung: "Wichtig ist ein ganzheitliches, zurückhaltendes Vorgehen – nicht überkorrigieren." Zu viel Filler könne unnatürlich wirken.

Vorbeugen statt nachbessern

Die Dermatologin empfiehlt, Veränderungen frühzeitig im Blick zu behalten. Ein moderater, langsamer Gewichtsverlust reduziert abrupte Volumenverluste. Eine ausreichende Eiweißzufuhr unterstützt Muskelerhalt und Hautstruktur, Krafttraining stabilisiert das Gewebe zusätzlich.

Auch eine begleitende dermatologische Betreuung kann sinnvoll sein, bevor der Volumenverlust deutlich sichtbar wird. "GLP-1-Medikamente sind medizinisch wirksam und sinnvoll bei entsprechender Indikation – aber jede starke Gewichtsveränderung beeinflusst das Gesicht", fasst die Ärztin zusammen.

{title && {title} } AZ, {title && {title} } 22.02.2026, 17:46
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