Massive Lieferprobleme

Über 1.000 Medikamente fehlen in Österreich

Bei rund 1.300 Medikamenten gibt es derzeit Lieferprobleme in Österreich. Auch der kostenlose Gürtelrose-Impfstoff ist aktuell nicht verfügbar.
Newsdesk Heute
17.02.2026, 10:17
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In Österreich gibt es derzeit einen Engpass bei Medikamenten. Wie der Arzneimittel-Vollgroßhändler Phago am Montag in einer Aussendung mitteilte, fehlt bei rund 1.300 Präparaten der Nachschub.

Besonders betroffen seien Diabetesmedikamente, bei denen es Lieferschwierigkeiten gebe. Zusätzlich würden viele Hersteller die Abgabe nur noch wochenweise kontingentieren. Auch bei antibiotischen Augentropfen sei die Lage weiterhin angespannt. Diese "weisen nach wie vor zahlreiche Ausfälle auf", hieß es.

Psychopharmaka sind "unter Beobachtung"

Bei Psychopharmaka werde die Situation derzeit genau verfolgt. Die Lage bleibe "unter Beobachtung", teilte Phago mit. Positiv hebt der Großhändler dagegen hervor, dass beim Wirkstoff Bupropion – eingesetzt zur Behandlung von Depressionen und zur Raucherentwöhnung – aktuell alle Stärken verfügbar seien.

Phago-Vorstand Bernd Grabner betonte die Rolle des Großhandels bei der Versorgung: "Die Arzneimittelversorgung wird maßgeblich auf Vollgroßhandelsebene sichtbar. Unsere Aufgabe ist es, Entwicklungen frühzeitig einzuordnen und faktenbasiert zu handeln."

Gürtelrose-Impfstoff erneut nicht verfügbar

Zusätzliche Kritik kommt von der Wiener Ärztekammer. Sie bemängelt in einer eigenen Aussendung, dass der Gürtelrose-Impfstoff derzeit erneut fehlt.

Seit 1. November 2025 ist die Impfung gegen Herpes Zoster für Personen ab 60 Jahren sowie weitere Risikogruppen kostenlos. Doch der Impfstoff "ist erneut nicht verfügbar", so die Ärztekammer. "Die kostenlose Impfung gegen Herpes Zoster klingt schön und ist sinnvoll, aber in der Praxis hält das Versprechen nicht", kritisierte Vizepräsidentin Naghme Kamaleyan-Schmied.

Aus dem Gesundheitsministerium heiße es lediglich, dass "im Laufe des ersten Halbjahres 2026 eine große Menge" wieder verfügbar sein soll.

Patienten warten auf zweite Impfung

Besonders problematisch sei, dass für den vollständigen Schutz zwei Impfungen nötig sind. "Viele Patientinnen und Patienten haben bisher nur die erste Teilimpfung erhalten. Ob die zweite Dosis rechtzeitig verfügbar sein wird, ist ungewiss", erklärte Kamaleyan-Schmied.

Die Ärztekammer verweist darauf, dass in Österreich jährlich etwa 30.000 bis 40.000 Fälle von Gürtelrose auftreten. Rund jede dritte Person erkrankt im Lauf ihres Lebens daran. Typisch sei ein einseitiger, schmerzhafter Hautausschlag mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen.

In schweren Fällen können auch Augen, Ohren oder das Gesicht betroffen sein – mit möglichen Folgen wie Seh- oder Hörstörungen sowie Gesichtslähmungen. Deshalb sei es besonders wichtig, Menschen ab 60 Jahren und Risikopatienten rechtzeitig zu impfen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 17.02.2026, 10:17
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