Auch Promi-Wirte betroffen

Gastro-Betrug in Österreich viel schlimmer als gedacht

Immer mehr Lokale in Österreich stehen im Verdacht, mit manipulierten Registrierkassen Millionen am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Die Details.
André Wilding
16.02.2026, 18:05
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Der Steuer-Skandal in der heimischen Gastro zieht immer weitere Kreise. Nach einer groß angelegten Razzia stehen laut "Kronen Zeitung" mittlerweile bis zu 130 Lokale im Verdacht, über manipulierte Registrierkassen am Fiskus vorbei kassiert zu haben. Der Schaden könnte bereits über zehn Millionen Euro liegen.

Computer, Handys, USB-Sticks sichergestellt

In einer koordinierten Aktion durchkämmten rund 200 Steuerfahnder Betriebe, Firmensitze und Privatwohnungen in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und Kärnten. Dabei wurden zahlreiche Computer, Handys, USB-Sticks und andere Datenträger sichergestellt.

Ins Rollen gebracht wurde der Fall ausgerechnet durch einen ehemaligen Mitarbeiter. Er soll den Behörden aus Rache detaillierte Hinweise auf die mutmaßlichen Manipulationen geliefert haben. Im Zentrum der Ermittlungen von Steuerfahndern und der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft steht ein 56-jähriger Programmierer aus Niederösterreich.

Umsätze nachträglich verändert

Der Chef eines Ein-Mann-IT-Unternehmens soll eine Software entwickelt haben, mit der Umsätze nachträglich verändert werden konnten. Voraussetzung: Gäste verlangten nicht ausdrücklich die Rechnung oder nahmen keinen Bon mit QR-Code mit. In diesen Fällen konnten entweder pauschal festgelegte Prozentsätze oder einzelne Posten im Nachhinein gelöscht werden, heißt es im Bericht der Tageszeitung.

Nachdem ihm Untersuchungshaft wegen Verdunkelungsgefahr angedroht worden war, legte der Unternehmer laut Bericht eine umfassende Beichte ab und nannte seine Kunden. Die Liste ist lang. Christian Ackerler, Leiter der Finanz-Betrugsbekämpfung, bestätigt im "Krone"-Gespräch, dass aktuell rund 50 Geschäftsführer von insgesamt 130 Lokalen als Beschuldigte geführt werden. Darunter sollen sich auch bekannte Wirte befinden.

Schaden geht in die Millionen

Den Betroffenen drohen im Fall einer Verurteilung Haftstrafen von bis zu zehn Jahren sowie hohe Geldstrafen. Bei einer ähnlichen Serie mit schwarzen Kassen in Wiener China-Lokalen lag der Schaden bereits bei mehr als zehn Millionen Euro.

Hinter den Kulissen dürfte die Causa zusätzlich Bewegung auslösen: Zahlreiche Steuerberater sollen sich bereits bei den Finanzämtern erkundigt haben, wie ihre Klienten Selbstanzeige erstatten können. Für den Staat könnte der Skandal damit noch zum Millionensegen werden.

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