Was für manche nur eine Abnehmspritze ist, ist für sie ein Wendepunkt fürs Leben. Die britische Krankenschwester Sian Robinson aus Worcester hat sich "GLP-1" tätowieren lassen – bunt, mit einem Herzen umrahmt, gut sichtbar am Oberarm.
Das Produkt Mounjaro hat ihr geholfen, 63 kg abzunehmen. Weitere 40 kg sollen bis zu ihrer Hochzeit folgen. Das Tattoo entstand spontan. Da ihre Tätowiererin zugleich eine ihrer Brautjungfern ist, war es einfach, es umzusetzen.
"Ich lasse mir gerade viele Tattoos machen – alles in Vorbereitung auf meine Hochzeit", erzählt Robinson. Das GLP-1-Motiv sitzt nahe der rechten Schulter und ist mittlerweile für Robinson zum Anknüpfungspunkt für Gespräche.
Und genau das ist gewollt. "Es bekommt extrem viele Kommentare und löst ständig Gespräche aus", sagt sie. Fremde Menschen sprechen sie darauf an und erzählen plötzlich ihre eigenen Geschichten. Über jahrelange Diäten. Über Scham. Über gescheiterte Versuche.
Für Robinson ist das Tattoo mehr als Körperschmuck. Es ist ein Symbol für Kontrolle, Selbstvertrauen und einen Neuanfang. Früher war selbst das Treppensteigen eine Qual, heute geht sie ins Fitnessstudio und trifft wieder Freunde.
Mounjaro (Wirkstoff Tirzepatid) wirkt auf Hormone, die Appetit, Sättigung und Blutzucker steuern. Medizinisch wird Übergewicht heute nicht mehr als Willensproblem, sondern als chronische Stoffwechselerkrankung gesehen. Und genau daraus ergibt sich die Antwort.
Allerdings: Solange man Mounjaro nimmt, bleibt das Gewicht stabil. Nach dem Absetzen nehmen viele wieder zu. Das ist kein Versagen, sondern ein biologischer Effekt. In Studien kam es nach dem Absetzen innerhalb von 12 Monaten zu einer deutlichen Gewichtszunahme, oft um 50–70 % des verlorenen Gewichts, wenn keine Begleitstrategie vorhanden war.
Ärzte raten dringend zu einer begleitenden Lebensstil-Umstellung mit Sport und gesunder Ernährung, um das Gewicht nach dem Absetzen zu halten.