Im vergangenen November sorgte Kim Kardashian (45) mit einer Birkin Bag aus Elefantenleder für Wirbel. "Ich liebe Kim, aber sie ist so realitätsfern", heißt es in einem TikTok-Video von Shopmegagatha, das den Reality-Star mit der Tasche zeigt. Unter dem Video häufen sich empörte Kommentare. Auch Promis schalten sich ein. Ireland Baldwin (30), Tochter von Alec Baldwin (67), schreibt in ihrer Instagram-Story: "Das ist so widerlich und beschämend."
Im Jänner hat Kim dann im Podcast ihrer Schwester Khloé Kardashian (41), "Khloé in Wonder Land", erklärt, dass es sich bei der Tasche um eine Fälschung gehandelt habe. Sie sei nur als Requisite für die Serie "All's Fair" verwendet worden und bestehe nicht aus echtem Elefantenleder.
Doch Peter Nitz, ein Lederhandwerker aus Zürich, glaubt ihr kein Wort. In einem Instagram-Video wirft er Kim Kardashian vor, nicht die Wahrheit zu sagen. "Als ich zum ersten Mal Bilder von Kim mit der Birkin aus Elefantenleder sah, dachte ich: 'Oh, wow, die ist toll.' Ich hatte mal eine ähnliche Tasche", erklärt Nitz.
Bevor er seine eigene Marke gegründet hat, hat Nitz mit exklusiven Luxustaschen gehandelt. 2013 brachte ihm ein Zürcher Kunde eine extrem seltene Tasche, die Nitz rasch weiterverkaufen konnte: eine Birkin Bag aus echtem Elefantenleder.
Aber ist es wirklich das gleiche Stück, das jetzt Kim Kardashian trägt? Nitz meint im Video, Elefantenhaut habe eine ganz spezielle, unverwechselbare Maserung – wie ein Fingerabdruck. Dadurch könne man Taschen eindeutig vergleichen.
Nach genauer Analyse der Fotos ist er überzeugt: "Man kann Bilder von Kims und meiner Tasche nebeneinanderlegen und sieht, dass sie identisch sind", erklärt der Lederhandwerker gegenüber "20 Minuten". Sogar die Falten und ein kleiner schwarzer Fleck stimmen überein. "Es handelt sich zweifellos zu tausend Prozent um dieselbe Tasche."
„Man kann Bilder von Kims und meiner Tasche nebeneinanderlegen und sieht, dass sie identisch sind.“
Ein weiteres Detail: Die Beschläge sind falsch montiert. "1984, als die Birkin erstmals auf den Markt kam, waren die kleinen Haken, die die Riemen halten, verkehrt herum angebracht", erklärt Nitz. Das sei nur für wenige Monate so gewesen, bis Hermès die Haken aus praktischen Gründen gedreht hat. Nitz habe daraufhin weiter recherchiert. Später sei er von jener Person kontaktiert worden, die seine Elefanten-Tasche angeblich an Kim Kardashian verkauft haben soll.
Wie viele Birkins aus Elefantenleder es wirklich gibt, weiß Nitz nicht. "Das Gerücht, dass Hermès eigentlich keine Birkins oder Taschen aus Elefantenhaut gemacht hat, hält sich schon lange."
Der gebürtige US-Amerikaner, der seit rund 25 Jahren in Zürich lebt, weiß aber: "Hermès hat definitiv Elefanten-Taschen als Teil der Kollektion verkauft." In einem weiteren Video zeigt er einen Hermès-Katalog aus den Achtzigerjahren, in dem solche Modelle abgebildet sind.
"Es gab aber auch eine Zeit, in der man eigenes Material zu Hermès bringen und verarbeiten lassen konnte", erklärt Nitz weiter. Viele Kommentare unter seinem Video vermuten, dass Kardashians Elefanten-Birkin so entstanden ist – etwa, weil ein Jäger die Haut zu Hermès gebracht hat.