Glückssträhnen

Deshalb darfst du heute deine Haare nicht waschen

Im Internet warnen viele Frauen davor, sich heute die Haare zu waschen. Der Grund: Das chinesische Neujahr fängt offiziell an.
Heute Life
17.02.2026, 13:48
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Du hast deinen Haarwaschtag fix eingeplant, vielleicht sogar schon den Friseurtermin gebucht – und dann liest du plötzlich überall dieselbe Warnung: Heute bloß nicht die Haare waschen! Auf TikTok verbreitet sich dieser Rat derzeit rasant. Der Grund dafür ist kein neuer Beauty-Trend, sondern ein jahrhundertealter Brauch rund um das chinesische Neujahr, das heute beginnt.

2026 – Zeichen des Feuerpferds

Mit dem 17. Februar startet heuer das Jahr des Feuerpferds und das Jahr der Schlange endet: Während die Schlange traditionell für Weisheit und Intuition steht, symbolisiert das Pferd Fleiß, Tatendrang und Mut. Für viele ist das ein willkommener Neustart.

Wie bei uns rund um Silvester gibt es auch im chinesischen Kulturraum zahlreiche Bräuche, die Glück bringen – oder Pech vermeiden sollen. Während hierzulande rote Unterwäsche oder Weintrauben zum Jahreswechsel dazugehören, gelten dort andere Rituale. Besonders am ersten Tag des neuen Jahres heißt es: Manche Dinge solltest du laut Tradition besser lassen, sonst holst du dir Pech ins Haus. Dazu zählt eben auch das Haarewaschen oder -schneiden.

Chinesisches Neujahrsfest

Das Chinese New Year, auch Frühlingsfest oder Lunar New Year genannt, ist das wichtigste traditionelle Fest in China. Es wird außerdem in vielen anderen ostasiatischen Ländern wie Vietnam, Korea oder Singapur gefeiert. Das Fest beginnt am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende. Die Feierlichkeiten dauern insgesamt 15 Tage und enden mit dem traditionellen Laternenfest. Im Mittelpunkt stehen Neubeginn, Familie, Glück und Wohlstand. Zu den typischen Bräuchen zählen ein großes Familienessen am Vorabend, Feuerwerke zur Vertreibung böser Geister sowie rote Dekorationen. Auch Geldgeschenke in roten Umschlägen sind verbreitet, denn die Farbe Rot symbolisiert Glück und Schutz.

Der Brauch hat einen einfachen Grund: Im Chinesischen klingt das Wort für "Haar" fast gleich wie das Wort für "Wohlstand". Wer sich also am ersten Tag des neuen Jahres die Haare wäscht, spült damit angeblich auch sein Glück weg. Und wer sie schneidet, schneidet sich das Glück gleich mit ab.

TikTok macht den Brauch viral

Seit Tagen tauchen Videos auf, in denen davor gewarnt wird, sich am 17. Februar die Haare zu waschen. Content Creatorin Emira sagt dazu: "Wir müssen unsere Haarwaschpläne dieses Wochenende ändern. Wir waschen am 17. Februar nicht unsere Haare. Da beginnt das neue Jahr des Pferdes – und wir wollen nicht nochmal ein Jahr der Schlange haben."

Andere sehen es entspannter. Influencerin Jenny scherzt: "Wie ich einfach akzeptiere, dass jemand auf TikTok sagt, ich darf mir morgen nicht die Haare waschen – und ich deswegen meinen Haarwaschtag verschiebe."

Und falls es gar nicht anders geht? Alexandra hat eine pragmatische Lösung: "Benutzt Trockenshampoo, wenn’s wirklich nicht geht."

Noch mehr Tabus

Nicht nur die Haare sind am ersten Tag des neuen Jahres tabu. Wer nach alter Tradition leben will, sollte auch auf andere Dinge verzichten – sonst könnte das Glück schnell verschwinden. Hier ein paar Beispiele:

1
Putzen, Waschen oder Staubsaugen
Wer am ersten Tag nach dem Neujahr das Haus putzt, Wäsche wäscht oder staubsaugt, soll damit das Glück "wegwischen". Deshalb wird vor dem Fest alles sauber gemacht – danach bleibt der Staubsauger lieber verstaut.
2
Müll
Auch den Abfall solltest du am ersten Tag nicht hinausbringen.
3
Scheren weglegen & nichts zerstören
Schneiden oder etwas kaputt machen ist ebenfalls verboten. Scheren stehen symbolisch dafür, Glück und Wohlstand zu durchtrennen.
4
No-Go-Farben
Statt Schwarz oder Weiß setzt man auf kräftige Farben wie Rot, Gold oder Rosa. Rot gilt in China als Farbe für Glück, Schutz und Wohlstand.
5
Geld
Geld ausleihen bringt Pech. Besser schenken als verleihen, heißt es.
6
Tränen
Das neue Jahr soll mit Freude beginnen. Schlechte Laune, Stress oder sogar Tränen gelten als schlechtes Omen.
7
Haferflocken
Manche, wie die deutsche Influencerin Caro, sagen sogar: Keine Haferflocken oder Porridge essen! Das steht symbolisch für "Arme-Leute-Essen" und soll negative Energie bringen.

Natürlich stellt sich die Frage: Muss man diesen Brauch wirklich befolgen? Für viele ist es schlicht ein nettes Ritual, das Hoffnung auf ein gutes Jahr macht. Andere sehen darin Aberglauben. Doch unabhängig davon zeigt der Trend, wie stark kulturelle Traditionen heute über Social Media verbreitet werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 17.02.2026, 13:48
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