Der Jahreswechsel ist vorbei, das Feuerwerk längst verklungen – und plötzlich fühlt sich alles schwerer an als noch vor ein paar Wochen. Die To-do-Liste ist wieder da, die Arbeit hat einen fest im Griff, draußen ist es dunkel und kalt. Vom Neuanfang ist plötzlich wenig zu spüren, stattdessen dominiert oft nur ein Gedanke: "Wie lange zieht sich dieser Winter noch?"
Für viele ist der Januar eine Art "Reality"-Check: Im Dezember gibt es Lichter, Feiern, gemütliche Abende und die Vorfreude auf die Feiertage. Im neuen Jahr ist dieser Zauber plötzlich weg: Der Alltag ist wieder da, die Tage sind kurz, das Wetter oft grau, und das Konto erinnert an die Weihnachtsausgaben.
Dazu kommt: Der Körper bekommt weniger Tageslicht. Das kann sich auf den Schlaf, die Energie und die Stimmung auswirken. Viele fühlen sich müde, antriebslos, gereizt oder irgendwie "leer". Zwar ist der Jänner-Blues keine offizielle Diagnose, aber ein sehr typisches Wintergefühl – und oft eine Mischung aus Lichtmangel, Stress und dem Druck, im neuen Jahr sofort alles perfekt machen zu müssen.
Die gute Nachricht: Du kannst aktiv etwas dagegen tun – und dafür brauchst du weder radikale Vorsätze noch ein neues Leben.
So simpel es klingt: Tageslicht ist im Winter ein Stimmungsmacher. Schon ein kurzer Spaziergang am Vormittag oder in der Mittagspause hilft dem Körper, wieder in einen besseren Rhythmus zu kommen. Frische Luft, Bewegung und ein paar Minuten draußen wirken oft wie ein Mini-"Reset" fürs Hirn.
Viele starten ins neue Jahr mit riesigen Erwartungen: gesünder essen, mehr Sport, Karriere pushen, Wohnung ausmisten, mehr sparen – und am besten alles gleichzeitig. Der Jänner-Blues wird oft schlimmer, wenn man sich selbst permanent das Gefühl gibt, nicht schnell genug zu sein.
Stattdessen hilft ein anderer Zugang: kleine Ziele statt komplett umkrempeln. Zum Beispiel dreimal pro Woche ein kurzer Spaziergang, ein gesundes Mittagessen am Tag oder jeden Abend 15 Minuten offline. Dinge, die realistisch sind – und die du wirklich durchziehen kannst.
Wenn draußen alles kalt ist, braucht es drinnen etwas, das dich auffängt. Das können Mini-Rituale sein: eine heiße Dusche, Tee, Kerzen, ein gutes Buch, ein Filmabend ohne schlechtes Gewissen. Oder ganz bewusst ein Treffen mit Menschen, die dir guttun – auch wenn du dich vorher nicht danach fühlst.
Denn Jänner-Blues ist oft auch ein bisschen Einsamkeit im Alltag: Ein kurzer Anruf, ein Kaffee-Date oder ein Spaziergang zu zweit können mehr bringen, als man glaubt.