Kennst du dieses eigenartige Gefühl zwischen Weihnachten und Neujahr? Der Kühlschrank ist noch voll mit Festtagsresten, die Tage verschwimmen ineinander und jeder Nachmittag fühlt sich endlos an. Nach all dem Essen, Faulenzen und Feiern fehlt oft der Antrieb. Damit du nach den Feiertagen wieder Schwung bekommst, helfen einfache Tipps, die Körper und Kopf sanft zurück in den Alltag holen.
Warum fühlt sich diese Woche so komisch an? Psychologin Stephanie Karrer erklärt im "SRF", dass unser Zeitempfinden viel mit Struktur zu tun hat: Wenn Termine, Arbeit und Routinen wegfallen, zieht sich die Zeit endlos dahin.
Vor allem Menschen, die gerne alles planen und strukturieren, können das als unangenehm empfinden. Nach den Feiertagen drückt dann oft noch das schlechte Gewissen wegen der Neujahrsvorsätze. Plötzlich soll alles besser werden – gesünder, produktiver, erfolgreicher. Da kann aus dem Stillstand schnell der Drang zur Selbstoptimierung werden, vor allem auf Social Media.
Viele hetzen im Dezember bis zu Heiligabend durch, organisieren Geschenke, Essen, Familienbesuche – und dann ist plötzlich einfach nichts mehr los. Erst wenn der Stress abfällt, spürt man erst richtig, wie erschöpft man tatsächlich ist.
Laut der Psychologin reagiert der Körper dann oft mit Unruhe, Gereiztheit oder Müdigkeit. Das Stresshormon Cortisol braucht nämlich eine Zeit, bis es abgebaut ist. Und weil das Immunsystem unter Dauerstress auf Hochtouren läuft, werden viele ausgerechnet jetzt krank.
So nennen andere Länder diese Zeit
Viele Länder haben eigene Begriffe für die Zeit zwischen den Jahren.
Romjul: In Norwegen spricht man von Romjul, was sinngemäss die gemütliche und entspannte Phase nach den Weihnachtstagen, mit weniger Arbeitsdruck, sowie Zeit für Familie und Freunde. Die Tradition ist kulturell verankert und zielt darauf ab, nach Weihnachten zu entspannen.
Mellandagarna: Schweden hat ebenfalls ein eigenes Wort, das so viel wie "Zwischentage" bedeutet.
Entre-deux-fêtes: In Frankreich nennt man die Zeit "zwischen den Festen".
Twixmas oder Dead Week: Im englischsprachigen Raum kursiert der Begriff Twixmas, ein Wortspiel aus "betwixt" (zwischen) und "Christmas". Online wird die Woche auch als "Dead Week" oder sogar "Feral Week" bezeichnet, also als gesellschaftlich akzeptierte Zeit, wo niemand so richtig funktioniert.
Umso wichtiger ist es jetzt, Körper und Geist wieder sanft zu stabilisieren. Statt radikaler Vorsätze helfen kleine Schritte, um den Dauerstress loszuwerden. Diese Tipps können dabei helfen.
Nimm dir Zeit zum Entrümpeln. Doch statt Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad abzuklappern, kann es einfacher sein, mit Kategorien statt mit Räumen zu beginnen.
Auch das Handy braucht einmal Ordnung. Meistens fehlt die Zeit oder die Nerven dafür. Aber in einer halben Stunde kannst du locker einiges erledigen.
Setz dich hin und überleg dir alleine oder mit Freunden, wohin es beim nächsten Kurztrip gehen könnte. So hast du gleich wieder etwas, worauf du dich freuen kannst – ganz ohne Stress beim Buchen.
Statt dich mit endlosen To-do-Listen oder Fitnessplänen zu stressen, kannst du das alte Jahr Revue passieren lassen. Überleg dir, worauf du dich im neuen Jahr freust.
Auch wenn du viel Zeit daheim verbringst, tut die frische Luft auch gut. Wer keine Lust hat, Spaziergänge zu machen, kann wenigstens ein paar Schritte vor die Tür sammeln – versuche, deine Routine zu durchbrechen.
Für viele ist diese Woche auch genau perfekt, um nichts tun zu müssen – und auch das ist legitim. Es ist auch in Ordnung, seine Lieblingsserie nochmals zu schauen, auf der Couch einfach "nichts tun" und das essen, worauf man gerade Lust hat.