GesundheitsTrends Kolumne

Von Vision Board bis Vorsätze: Was bringt wirklich was?

Das Jahr neigt sich dem Ende zu - und viele posten jetzt schon ihre Neujahrsvorsätze. Doch hilft es wirklich, seine Ziele zu erreichen?
Nastassja Offenbacher
31.12.2025, 09:57
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Überall, wo man derzeit auf Social Media hinsieht, werden Vision Boards, Neujahrsvorsätze oder Motivationssprüche geteilt. Manifestieren und Ziele visualisieren ist das Ding am Jahresende. Doch bei allen guten Vorsätzen - hilft es wirklich? Oder erzeugt es nur Druck und am Ende sogar Versagensängste?

Die Macht der Bilder: Vision Boards als Motivationshilfe

Vision Boards sind die wohl sichtbarste Methode, die eigenen Wünsche fürs neue Jahr zu visualisieren. Sie sind ästhetisch, inspirierend und stammen oft von Pinterest. Auf Instagram und Co. dominieren dann perfekt gestylte Bilder von wunderschönen Gesichtern, dünnen und durchtrainieren Körpern, Traumhäusern und exotischen Urlauben - ein Lebensstil, die für die meisten Menschen nicht über Nacht entstehen kann und auch schwer erreichbar ist. Wer sich hier vergleicht, kann schnell unter Druck geraten.

Wichtig ist also: Ein Vision Board sollte zwar ansprechend sein, aber auch persönliche und vor allem realistische Ziele zeigen. Die Bilder sollten nicht nur Wünsche darstellen, sondern auch messbare Schritte schichtbar machen - zum Beispiel ein Foto von einem selbstgekochten gesunden Abendessen, einem umsetzbaren Sportplan oder seiner aufgeräumten Wohnung.

Studien zeigen, dass Visualisierung zwar wirkt, aber nur, wenn sie mit konkreten Handlungen gekoppelt ist. Unser Gehirn verarbeitet Bilder wie Erfahrungen, aber ohne aktive Umsetzung bleibt der Effekt minimal. Ein Vision Board ist also kein Wundermittel, kann aber laut fundierter Forschungslage tatsächlich helfen, den Fokus und die Energie dorthin zu manövrieren, wo sie eben gebraucht wird, um das Ziel zu erreichen.

Journaling: Klarheit durch Schreiben?

Eine weitere Methode für Vorsätze ist Journaling, die weit über Tagebuchschreiben hinausgeht. Dabei wird nicht nur Erlebtes aufgeschrieben, sondern auch die Zukunftspläne, Ängste und Wünsche. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Niederschreiben von Emotionen Stress reduziert, die Selbstwahrnehmung stärkt und die Zielverfolgung verbessert.

Der Vorteil gegenüber Vision Boards: Es ist introspektiver und flexibler. Wenn man merkt, dass die Motivation nachlässt, kann man einfach pausieren oder Themen wechseln. Außerdem kann man Fortschritte dokumentieren - und vielleicht seine Zielsetzung etwas abändern. Das kann den Druck deutlich rausnehmen und vielleicht auch über andere Wege zum Jahresziel führen.

Rauhnächte: Zwischen Tradition und Selbstreflexion

Solltest du noch nicht von den Rauhnächten gehört haben - da geht es um die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar (Heilige drei Könige). Jede Nacht steht dabei symbolisch für einen Monat des kommenden Jahres. Man nimmt sich dabei 10-15 Minuten Zeit, um zu reflektieren, Ziele zu prüfen und/ oder Wünsche für das jeweilige Monat aufzuschreiben. Dabei zünden viele eine Kerze an, Meditieren oder schreiben Tagebuch.

Durch die klare Aufteilung in einzelne Monate entsteht ja sowas wie ein Step-by-Step-Plan, der an sich eine gute Wahl ist, um zu einem großen Gesamtziel zu kommen. Struktur gibt Orientierung und kann viele motivieren.

Der große Nachteil: Man teilt die Monate sehr strikt ein. Wird zum Beispiel der April als Monat der Entfaltung festgelegt, das Leben spielt aber anders mit (Krankheit oder andere Einschränkungen) kann schnell ein innerer Konflikt entstehen. Die Folge: Enttäuschung und das Gefühl, versagt zu haben. Genau deshalb finde ich persönlich Rauhnächte als Vorsatzmethode nicht ganz so ideal, weil sie noch mehr Druck erzeugen können, als man möchte.

Manifestieren: Ist es also der Schlüssel?

Was lernen wir also aus all den Vorsatz-Methoden für das neue Jahr? Manifesting is key? Nein, nicht wirklich. Was wirklich entscheidend für Zufriedenheit und Glücksgefühle ist, sind realistische Ziele. Veränderung entsteht nicht durch Druck und Kampf, sondern durch Klarheit, Umsetzbarkeit und Geduld mit sich selbst. Ohne konkrete Schritte entsteht sehr schnell Frust und dem Eindruck, es wieder nicht geschafft zu haben. Besonders bei überhöhten Erwartungen kann das Endergebnis statt dem Vorsatz Stress und Unzufriedenheit sein. Deshalb gilt: Wer sich kleine, machbare Baby-Steps manifestiert, aufschreibt oder visuell zusammenfügt, der erhöht seine Chance, das große Ganze zu erreichen.

{title && {title} } nas, {title && {title} } Akt. 31.12.2025, 11:21, 31.12.2025, 09:57
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