Feuerwerk zu Silvester – Das gehört für viele Menschen in Österreich immer noch dazu. Doch Vorsicht ist geboten: In Wahrheit sind viele Knaller und Raketen kleine Sprengsätze, die in Sekunden schwere Verletzungen verursachen können. Schon ein falscher Griff, eine zu kurze Zündschnur oder ein unkontrollierter Abschuss reichen aus, damit aus dem Spaß ein Notfall wird, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV).
Tiefe Schnitt- und Risswunden, (Teil-)Amputationen an Fingern, Knalltraumata im Ohr, Wunden im Augenbereich sowie offene Brüche und Verbrennungen an Händen und Gesicht sind mitunter die Verletzungen, von denen Betroffene von Pyrotechnik-Unfällen berichten. Mit rund 78 Prozent der Unfälle betreffen die häufigsten Verletzungen den Bereich der Hand. Durchschnittlich verletzen sich pro Jahr rund 200 bis 400 Menschen in Österreich so schwer bei Unfällen mit Feuerwerkskörpern, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Besonders betroffen sind dabei Jugendliche und junge Erwachsene.
Selten, aber doch kommt es auch zu Todesfällen durch Feuerwerkskörper-Unfälle in Österreich.
Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren stellen die größte Gruppe der betroffenen Verletzten durch Böller-Unfälle dar: Sie machen 51 Prozent am Unfallgeschehen aus. Jeder zweite betroffene Pyrotechnik-Verunfallte gehört demnach zu dieser Altersgruppe. Zählt man die betroffenen Kinder von 0 bis 14 Jahren hinzu (15 %), zeigt sich, dass rund 66 Prozent jener, die medizinische Hilfe im Krankenhaus aufgrund eines Pyrotechnik-Unfalls in Anspruch nehmen müssen, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind. Rund zwei Drittel der Betroffenen gehören demnach zu den Altersgruppen 0 bis 24 Jahren. Auffallend sei zudem: 9 von 10 durch Pyrotechnik Verunfallte sind männlich (92 Prozent).
Pyrotechnik wird hier mitunter jedoch auch aus dem Ausland beschafft. Massive Qualitätsmängel von illegaler Pyrotechnik können zum hohen Unfallrisiko beitragen: Neben unsachgemäßer und leichtsinniger Verwendung gelten illegal im Ausland erworbene Pyrotechnikartikel sowie "Marke Eigenbau" als besonders häufige Ursache für schwere oder gar tödliche Verletzungen. 14 Prozent der befragten Österreicher haben in der Vergangenheit Feuerwerkskörper im Ausland – online oder vor Ort – gekauft; insgesamt planen sogar 25 Prozent einen Auslandskauf, zeigt eine aktuelle IFES-Erhebung (2025). Günstigere Preise und stärkere Produkte werden besonders häufig als Motive genannt.
Online sollte man sich jedenfalls nicht für den Jahreswechsel mit Feuerwerkskörpern ausrüsten. Denn der Versand von Pyrotechnik an Privatpersonen ist gefährlich und in Österreich verboten. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich die Waren von einem in- oder ausländischen Händler zusenden lässt.
Dringenden Aufklärungsbedarf gibt es auch beim Anzünden: Rund 93 Prozent zünden Raketen unsicher, etwa in Sektflaschen oder am Boden. Zünden unter Alkoholeinfluss stellt hier ebenfalls eine der zentralen Risiken dar. Und auch Kinder sind oft beteiligt: Rund 55 Prozent der befragten Haushalte mit Kindern gaben zu, dass Kinder beim Zünden anwesend sind; bei 17 Prozent davon sind diese sogar im unmittelbaren Gefahrenbereich von unter fünf Metern.
Unfallursachen sind mitunter auch, dass Feuerwerkskörper zu lange gehalten werden oder auch defekte sowie verzögert explodierte Pyrotechnik, die entweder vom Boden aufgehoben wird oder umfällt und sich in die falsche Richtung richtet oder auch falsch entsorgt wird.
Neben Personenschäden kommt es zudem auch immer wieder zu Sachschäden: 2024 berichteten immerhin rund 11 Prozent der Befragten von Sachschäden, das oftmals aus dem Fehlverhalten anderer resultiert. "Feuerwerke haben eine immense Explosionskraft. So passieren bei falscher Handhabung auch tragische Unfälle, die verhinderbar wären."