Studie klärt auf

Darum bekommen manche Menschen nie einen Kater

Trinken bis spät in die Nacht – und am nächsten Morgen topfit aufwachen: Studien zeigen, was hinter der "Katerresistenz" steckt.
26.12.2025, 21:28
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Was am Silvesterabend bei vielen spaßig beginnt, bringt am Neujahrstag oftmals das böse Erwachen: der Kater. Doch es gibt auch diejenigen, die trotz trinkfreudiger Nacht am nächsten Tag aufstehen, als wäre nichts gewesen – und dabei handelt es sich nicht nur um 20-Jährige.

Ein Viertel gilt als "katerresistent"

Wer trotz übermäßigem Alkoholkonsum am nächsten Tag keinen Kater verspürt, gilt aus wissenschaftlicher Sicht als "katerresistent".

Alkohol und Alter:  Zusammenhang, aber nicht die ganze Erklärung

Je älter, desto schlimmer ist der Kater – diese Faustregel ist weit verbreitet. Dafür gibt es auch einige biologische Erklärungen: Mit zunehmendem Alter sinkt der Wasseranteil im Körper, gleichzeitig entzieht Alkohol zusätzlich Flüssigkeit. Die Folge: Dehydrierung und damit stärkere Kater-Symptome. Auch der natürliche Abbau von Muskelmasse spielt eine Rolle: Weniger Muskulatur bedeutet weniger Wasserspeicher – und damit weniger Puffer für Alkohol. Hinzu kommt, dass die Leber mit den Jahren weniger effizient ist. Sie produziert weniger Enzyme, die für den Abbau von Alkohol (und auch Koffein) zuständig sind. Dadurch bleibt Alkohol länger im Blutkreislauf – und die unangenehmen Nachwirkungen halten länger an.

Konkret: Etwa ein Viertel der Bevölkerung scheint von Katern verschont zu bleiben. Auf diesen Wert stießen Forschende eher zufällig, jedoch immer wieder.

Bereits 2008 führten Wissenschaftler der Boston University verschiedene Untersuchungen durch, um herauszufinden, wie sich starker Alkoholkonsum auf die Arbeitsleistung am nächsten Tag auswirkt.

Dabei machten sie eine überraschende Entdeckung: Immer wieder berichten rund 25 Prozent der Teilnehmenden, keinerlei Kater-Symptome zu verspüren.

Für eine solche Katerresistenz gibt es meist drei Gründe:

1
Genetik
Menschen, die schneller Alkohol abbauen, haben in der Regel auch weniger starke Kater, erklärt Ann-Kathrin Stock, Neurowissenschaftlerin an der Technischen Universität Dresden, gegenüber den "New York Times". Wie schnell unser Körper allerdings Alkohol abbaut, hänge zu großen Teilen von der Genetik ab.

Solche genetischen Faktoren spielten bei einigen Bevölkerungsgruppen eine größere Rolle als bei anderen. Zum Beispiel hätten Menschen ostasiatischer Herkunft häufig schlimmere Kater – sie besitzen nämlich oft weniger von einem Enzym, das den Alkohol und seine giftigen Abbauprodukte im Körper verarbeitet.
2
Schwaches Immunsystem
Alkohol kann im Körper Entzündungen auslösen – und das ist mit ein Grund, warum sich ein starker Kater oft wie Kranksein anfühlt. Wer also ein geschwächtes Immunsystem hat oder generell empfindlicher auf Entzündungen reagiert, fühlt sich nach dem Alkoholtrinken meist noch schlechter.
3
Psyche
Auch die Psyche hat einen Einfluss darauf, wie stark ein Kater ausfällt. Menschen, die selten unter Stress, Ängsten oder Stimmungstiefs leiden, berichten oft von milderen oder gar keinen Kater-Symptomen, erklärt Stock. Umgekehrt trifft es jene härter, die bereits gestresst, ängstlich oder deprimiert sind – bei ihnen fällt der Kater oft besonders heftig aus.

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Doch wie erlebst du das? Zählst du dich zu den "Katerresistenten"? Ist das für dich eher ein Segen – oder manchmal auch ein Fluch? Erzähl uns von deinen Erfahrungen.Mail an uns

Ein bekanntes Phänomen hierbei: die sogenannte "Hangxiety" – eine Mischung aus Hangover (Kater) und Anxiety (Angst). Viele Menschen erleben nach dem Trinken starke innere Unruhe, Selbstzweifel oder sogar Panikgefühle.

Auch das hängt mit der Wirkung von Alkohol auf das Nervensystem und die Stressverarbeitung zusammen.

Hangover-frei: Segen oder Fluch?

Ob Menschen mit starkem Kater empfindlicher auf Alkohol reagieren – oder ob Menschen ohne Kater weniger von den Risiken, die mit Alkohol einhergehen, betroffen sind –, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Denn Studien auf diesem Gebiet stützen sich meist auf subjektive Einschätzungen – was für die einen ein leichter Kopfschmerz ist, empfinden andere bereits als ausgewachsenen Kater.

{title && {title} } red,20 Minuten, {title && {title} } 26.12.2025, 21:28
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