Was am Silvesterabend bei vielen spaßig beginnt, bringt am Neujahrstag oftmals das böse Erwachen: der Kater. Doch es gibt auch diejenigen, die trotz trinkfreudiger Nacht am nächsten Tag aufstehen, als wäre nichts gewesen – und dabei handelt es sich nicht nur um 20-Jährige.
Wer trotz übermäßigem Alkoholkonsum am nächsten Tag keinen Kater verspürt, gilt aus wissenschaftlicher Sicht als "katerresistent".
Je älter, desto schlimmer ist der Kater – diese Faustregel ist weit verbreitet. Dafür gibt es auch einige biologische Erklärungen: Mit zunehmendem Alter sinkt der Wasseranteil im Körper, gleichzeitig entzieht Alkohol zusätzlich Flüssigkeit. Die Folge: Dehydrierung und damit stärkere Kater-Symptome. Auch der natürliche Abbau von Muskelmasse spielt eine Rolle: Weniger Muskulatur bedeutet weniger Wasserspeicher – und damit weniger Puffer für Alkohol. Hinzu kommt, dass die Leber mit den Jahren weniger effizient ist. Sie produziert weniger Enzyme, die für den Abbau von Alkohol (und auch Koffein) zuständig sind. Dadurch bleibt Alkohol länger im Blutkreislauf – und die unangenehmen Nachwirkungen halten länger an.
Konkret: Etwa ein Viertel der Bevölkerung scheint von Katern verschont zu bleiben. Auf diesen Wert stießen Forschende eher zufällig, jedoch immer wieder.
Bereits 2008 führten Wissenschaftler der Boston University verschiedene Untersuchungen durch, um herauszufinden, wie sich starker Alkoholkonsum auf die Arbeitsleistung am nächsten Tag auswirkt.
Dabei machten sie eine überraschende Entdeckung: Immer wieder berichten rund 25 Prozent der Teilnehmenden, keinerlei Kater-Symptome zu verspüren.
Ein bekanntes Phänomen hierbei: die sogenannte "Hangxiety" – eine Mischung aus Hangover (Kater) und Anxiety (Angst). Viele Menschen erleben nach dem Trinken starke innere Unruhe, Selbstzweifel oder sogar Panikgefühle.
Auch das hängt mit der Wirkung von Alkohol auf das Nervensystem und die Stressverarbeitung zusammen.
Ob Menschen mit starkem Kater empfindlicher auf Alkohol reagieren – oder ob Menschen ohne Kater weniger von den Risiken, die mit Alkohol einhergehen, betroffen sind –, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Denn Studien auf diesem Gebiet stützen sich meist auf subjektive Einschätzungen – was für die einen ein leichter Kopfschmerz ist, empfinden andere bereits als ausgewachsenen Kater.