Keine Urlaubsstimmung

Wieso du an deinen freien Tagen oft krank wirst

Freizeitkrankheit trifft viele: Kaum startet man in die Pause, meldet sich der Körper.
Heute Life
26.12.2025, 06:15
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Endlich Wochenende, endlich Urlaub – und plötzlich kratzt der Hals, der Kopf hämmert oder du liegst komplett flach. Was wie Pech wirkt, hat tatsächlich einen Namen: Freizeitkrankheit. Seit der niederländische Psychologe Ad Vingerhoets das Phänomen 2002 beschrieben hat, rätseln Experten, warum Menschen genau dann krank werden, wenn sie sich entspannen wollen. Und eines ist sicher: Es ist kein Zufall.

Gefangen im Stressmodus

Ärgerlich ist es allemal: Wochenlang arbeitet man durch, erledigt To-do-Listen und organisiert noch den nächsten Urlaub. Kaum beginnt die freie Zeit, fängt der Körper an zu streiken. Genau das sehen Ärzte regelmäßig: Es ist "definitiv etwas, das wir bei Patienten beobachten", verrät Jay Lee, medizinischer Direktor bei Integrated Health Partners of Southern California, im "Self"-Interview. Die Freizeitkrankheit ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Sammelbegriff für Beschwerden, die erst auftreten, wenn der Alltag pausiert wird.

Der Grund für die "Leisure Sickness" liegt oft in einer Kombination aus Stress, Anspannung und Erschöpfung. Lee erklärt: "Wir alle können uns Situationen vorstellen, in denen wir eine Frist einhalten mussten oder jemanden schützen mussten, den wir lieben, und ein kurzer Stressausbruch hat uns geholfen, unsere Konzentration und Fähigkeit zu steigern, um das Ziel zu erreichen." Sobald die Anspannung nachlässt, fährt der Körper herunter – genau dann wird er angreifbar. "Wenn wir solche Situationen hinter uns lassen, ist es, als würden wir sowohl psychisch als auch biologisch unsere Wachsamkeit verlieren."

Perfekte Angriffsfläche für Viren

Während stressiger Phasen schüttet der Körper Hormone, wie Cortisol und Adrenalin, aus, die ihn leistungsfähig halten. Sinkt der Spiegel plötzlich ab, fällt damit auch die Immunabwehr.

Diejenige, die sich mit Migräne regelmäßig plagen müssen, kennen das als "Let-down"- oder "Wochenend"-Migräne: Nach intensiven Phasen kann der abrupte Hormonabfall Kopfschmerzattacken auslösen.

Wer dauerhaft unter Stress steht, hat ein weiteres Problem: "Chronischer Stress kann tatsächlich die gesamte Immunfunktion unterdrücken", warnt Purvi Parikh, Allergologin und Immunologin, im "Self"-Interview. Viele bemerken erste Symptome erst, wenn sie zur Ruhe kommen: "Selbst wenn sich etwas anbahnt, werden wir uns dessen vielleicht erst bewusst, wenn wir innehalten."

Wer dann noch wegfährt, setzt seinen Körper puren Stress aus: Flugzeuge voller Keime, Jetlag, Schlafmangel und Dehydrierung begleiten oft einen auf der Reise.

So gehst du damit um

Die gute Nachricht: Dein Körper sabotiert dich nicht wirklich – und gegensteuern kann man auch. Stressreduktion ist der wichtigste Faktor. Parikh rät dazu, am Ende jedes Tages bewusst zu entspannen, "um dem Geist die nötige mentale Pause zu gönnen". Zudem empfiehlt Lee kurze Atemübungen im Alltag einzuplanen.

Auch kleine, alltägliche Gewohnheiten stärken die Abwehr: ausgewogene Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf: Laut Lee können schon 15 Minuten Gehen oder zwei Nächte mit acht Stunden Schlaf vor dem Urlaub helfen.

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