"Gasbrand" plötzlich ein Thema

Todes-Keim breitet sich an Ukraine-Front aus

Große Sorge in der Ukraine! An der Front breitet sich derzeit Gasbrand aus. Die Krankheit gilt als besonders heimtückisch und tödlich.
Newsdesk Heute
11.11.2025, 12:31
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An den Frontlinien in der Ukraine breitet sich eine Infektion aus, die schon vor über 100 Jahren zu den gefürchtetsten Krankheiten unter Soldaten zählte: Gasbrand. Wie der britische "Telegraph" berichtet, kämpfen Ärzte und Freiwillige zunehmend mit Fällen dieser tödlichen bakteriellen Erkrankung.

Drohnen erschweren Rettungseinsätze

Der massive Einsatz von Kampfdrohnen macht die Evakuierung Verwundeter nahezu unmöglich – mit fatalen Folgen. "Wir sehen Verletzungskomplikationen, die noch nie ein lebender Mensch in Kriegszeiten gesehen hat", berichtet ein freiwilliger Sanitäter namens Alex aus der Region Saporischschja.

Er beschreibt eine dramatische Situation: "Derartige Verzögerungen bei Evakuierungen hat es in den letzten 50 Jahren noch nie gegeben – wahrscheinlich seit dem Zweiten Weltkrieg, vielleicht sogar noch länger nicht. Und wir beobachten ein Krankheitsbild, das wir noch nie zuvor gesehen haben."

Wenn Wunden zu tödlichen Fallen werden

Gasbrand führt zu einer rasanten Zerstörung des Gewebes und endet unbehandelt fast immer tödlich. Die Bakterien vermehren sich besonders gut in tiefen, schlecht versorgten Wunden – ein Umstand, der an der Front allgegenwärtig ist. Symptome sind starke Schmerzen, Schwellungen und Fieber. Berührt man die Haut, ist oft ein Knistern zu hören – verursacht durch Gas, das sich im infizierten Gewebe sammelt.

Behandlung unter der Erde

"Wir haben Patienten im Krankenhaus, die seit ein paar Wochen verletzt sind und in unterirdischen Stabilisierungsstationen sitzen, wo wir sie so gut wie möglich am Leben erhalten", erzählt Alex. "Gasbrand ist etwas, worüber man in der Schule lernt … In der Ukraine sieht man es jedoch, weil die Menschen mit diesen Wunden da sitzen und nicht richtig versorgt werden – man kann sie einfach nicht schnell genug in ein Krankenhaus bringen, um sie richtig behandeln zu lassen."

Selbst bei bester medizinischer Ausstattung ist die Behandlung schwierig. Üblicherweise wird infiziertes Gewebe entfernt und eine hohe Dosis Antibiotika verabreicht. Doch im Krieg fehlen oft beides – Zeit und Medikamente.

"Unbehandelt liegt die Sterblichkeitsrate bei nahezu 100 Prozent"

"Es handelt sich um eine extrem lebensbedrohliche Infektion: Unbehandelt liegt die Sterblichkeitsrate bei nahezu 100 Prozent", erklärt Dr. Lindsey Edwards, Mikrobiologin am King’s College London. Schon im Ersten Weltkrieg raffte Gasbrand unzählige Soldaten dahin, die sich in schlammigen Schützengräben infizierten – oft auf Feldern, die mit verseuchtem Mist gedüngt waren.

Antibiotikaresistenzen verschärfen das Problem

Heute kommt eine weitere Gefahr hinzu: resistente Bakterienstämme. "Wenn man einen Stamm hat, der gegen Antibiotika resistent ist, wird die Behandlung deutlich komplizierter", so Edwards.

Viele Verwundete werden inzwischen in Bunkern und Kellern behandelt – den einzigen Orten, die Drohnen nur schwer erreichen können. "Wer sich ins Freie wagt, wird von einer Drohne getötet. Das ist keine Übertreibung", sagt Sanitäter Alex.

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